Die Veränderung auf den Hügeln
Wenn du an die ikonischen, grünen Hügel der Yorkshire Dales denkst, hast du wahrscheinlich Schafe vor Augen, die hinter Steinmauern grasen. Aber dieser Vibe ändert sich – und zwar schnell. Neil Heseltine, der die Hill Top Farm in Malhamdale in vierter Generation betreibt, hat sein Business komplett umgekrempelt. Wo er früher über 800 Mutterschafe hielt, sind es jetzt nur noch 45. Er setzt stattdessen auf eine Herde von 300 Rindern, die günstiger und pflegeleichter sind.
Er ist nicht der Einzige. In ganz Großbritannien ist der nationale Schafbestand auf 30,4 Millionen gesunken – Zahlen, die wir seit der Mitte des 20. Jahrhunderts nicht mehr gesehen haben. Die Anzahl der Zuchtschafe ist auf einem Allzeittief von nur noch 14,7 Millionen.
Warum wird das Leben als Schäfer immer härter?
Real talk: Schäfer zu sein ist extrem kräftezehrend. Zwischen steigenden Kosten für Sprit und Futter – die Heupreise sind innerhalb eines Jahres von 75 £ auf 155 £ pro Tonne gestiegen – stehen die Landwirte unter enormem Druck. Zudem liegt das Durchschnittsalter eines britischen Landwirts bei 60 Jahren, und viele junge Leute wählen andere Karrierewege, weil die Margen einfach zu gering sind.
Post-Brexit-Handelsabkommen mit Australien und Neuseeland haben zudem den Weg für mehr importiertes Lammfleisch geebnet, was den Druck auf lokale Produzenten weiter erhöht. Außerdem ändern sich die staatlichen Subventionen. Wir sehen eine Abkehr von Zahlungen, die auf der Anzahl der Tiere basieren, hin zu "Farming for Nature". Zum Beispiel fördern neue Anreize die Beweidung mit Rindern und Ponys anstelle von Schafen, da Kühe nicht so tief grasen, was mehr Biodiversität ermöglicht.
Essen wir überhaupt noch Lamm?
Es sind nicht nur die Landwirte, die ihren Kurs ändern; es geht auch um unsere Teller. Der Lammkonsum ist in den letzten 50 Jahren massiv eingebrochen. 1980 aß ein durchschnittlicher britischer Haushalt noch 128g Schafsfleisch pro Woche. 2024 ist dieser Wert auf gerade mal 23g gesunken. Viele sehen Lamm heute als Fleisch für besondere Anlässe, während preiswerteres weißes Fleisch wie Hähnchen zum täglichen Standard geworden ist.
Warum das wichtig ist
Wir haben offiziell das erreicht, was manche als "Peak Sheep" bezeichnen. Es geht nicht nur darum, was es zum Sonntagsbraten gibt; es geht um die Zukunft der britischen Landschaft. Wenn die Branche weiter schrumpft, könnte das das Aussehen der Highlands, der Dales und des Lake District fundamental verändern. Wie James Foster es ausdrückt: Die Branche versucht sich anzupassen, aber da die staatliche Unterstützung eher in die ökologische Wiederherstellung als in die traditionelle Viehzucht fließt, ist die Zukunft dieser jahrhundertealten Lebensweise lowkey ungewiss.






