Der Presseraum im Weißen Haus ist sowieso ein Minenfeld, aber für die neue Pressesprecherin Katie Zacharia wird es gerade richtig ungemütlich. Nur fünf Tage im Job ist sie schon die Hauptfigur – und das leider nicht im positiven Sinne. ## Das juristische Drama Zacharia, die zuvor als Beraterin bei der Trump Media Group und Sprecherin für das Department of Homeland Security gearbeitet hat, wurde unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Obwohl Donald Trump sie als „Anwältin“ vorstellte und sie sich selbst so bezeichnete, wurde jetzt bestätigt: Sie hat nie das Bar Exam abgelegt. Als sie darauf angesprochen wurde, versuchte Zacharia eine Unterscheidung zwischen den Titeln: „Ich wurde als White House Pressesprecherin eingestellt, nicht als Chefjustiziarin.“ Mal ehrlich: Die Öffentlichkeit kauft ihr diese Haarspalterei nicht ab, und selbst bei Fox News fragen sich die Moderatoren, warum sie das dem Präsidenten nicht einfach von Anfang an offen gesagt hat. Ihr Kommentar dazu? „Diese Fragen wurden mir nicht gestellt.“ ## Ein holpriger Start Es ist ein ziemlich chaotischer Einstand. Ihr erstes Presse-Briefing am Dienstag wurde massiv kritisiert, weil es kurz war, sie unsicher wirkte und sich zu stark an ihre Notizen klammerte. Sie nahm nur drei Fragen entgegen, und ihre Rechtfertigung – unter anderem die Behauptung, die Daily Mail sei kein konservatives Medium – hat selbst ihre Verbündeten in den Medien sprachlos gemacht. Sean Hannity nahm kein Blatt vor den Mund und fragte sie im Interview: „Was war da eigentlich los?“ Auch Fox & Friends-Moderator Lawrence Jones merkte an: „Man will niemals selbst die Story werden.“ Zacharia betont, dass sie in Zukunft deutlich besser vorbereitet sein wird und erklärte gegenüber Hannity auf die Frage, ob sie noch das Vertrauen des Präsidenten genieße: „Ich stehe immer noch hier.“ ## Warum das wichtig ist Die Hauptaufgabe einer Pressesprecherin ist es, das Narrativ zu kontrollieren, nicht selbst zum Zentrum der Kontroverse zu werden. Wenn die Chefsprecherin des mächtigsten Amtes der Welt ihren Dienst damit beginnt, sich in Fragen über ihre Qualifikationen und verpatzte TV-Auftritte zu verstricken, lähmt das die gesamte Administration bei ihrer eigentlichen politischen Arbeit. Es ist ein echtes L für das Kommunikationsteam, wenn sie ihre Zeit damit verschwenden, den Status des Anwaltsexamens zu verteidigen, statt die politische Agenda voranzutreiben.