Der Umbruch

Die australischen Greens stecken lowkey im Krisenmodus. Nachdem Larissa Waters die Bombe platzen ließ, dass sie als Parteivorsitzende zurücktritt, um sich auf die Behandlung ihrer Nierenerkrankung zu konzentrieren, herrscht in der Partei heillose Aufregung bei der Suche nach Ersatz. Ihr Abgang kam völlig überraschend und hat ihre Kolleginnen und Kollegen am Montag kalt erwischt.

Wer ist im Rennen?

Es herrscht absolute 'Leadership-Contest'-Stimmung. Sarah Hanson-Young, die dienstälteste Bundestagsabgeordnete der Partei, hat ihren Hut bereits offiziell in den Ring geworfen. Sie verspricht, eine deutlich aggressivere Haltung gegenüber Labor und One Nation einzunehmen, um die Partei wieder zu pushen.

Hinter den Kulissen wird es spannend. Während Hanson-Young ihre Ambitionen offen kommuniziert, halten sich andere noch bedeckt. Die stellvertretende Vorsitzende Mehreen Faruqi 'prüft ihre Optionen', während Verteidigungssprecher David Shoebridge sich noch nicht in die Karten schauen lässt – er schließt eine Kandidatur weder aus noch ein. Auch Nick McKim wird als potenzieller Anwärter gehandelt. Die 11-köpfige Fraktion begibt sich auf ein Retreat nach Sydney, wo die Entscheidung bis Donnerstag fallen soll.

Warum das wichtig ist

Die Greens spüren den Druck. Nachdem wichtige Köpfe wie Adam Bandt bei der Wahl 2025 ihre Sitze verloren haben und One Nation ihnen Stimmen abgräbt, scheint der bisherige moderate Vibe der Partei nicht mehr zu zünden. Die neue Führung muss abliefern und den Kurs deutlich verschärfen, um wieder an Einfluss zu gewinnen – sonst droht die Partei bei der aktuellen politischen Lage weiter in der Versenkung zu verschwinden.