Seien wir ehrlich: Wir waren alle schon mal da. Es ist 2 Uhr morgens, du starrst auf eine Hausarbeit, die in sechs Stunden fällig ist, und du bist lowkey am Verzweifeln. Eine neue Studie in Plos One bestätigt jetzt: Dein Verhalten, lieber durch Social Media zu doomscrollen, statt an der Arbeit zu schreiben, ist nicht nur eine kleine Marotte – es ist highkey die größte Bedrohung für deine Noten. Forschende haben über 65.000 Studierende befragt und herausgefunden, dass Prokrastination den Notenschnitt deutlich krasser ruiniert als ADHS, Angstzustände oder finanzieller Stress. Fast die Hälfte der Befragten gab an, dass genau das der Hauptgrund ist, warum sie ihre beste Leistung nicht abrufen können. ## Ein Teufelskreis Itamar Shatz, Dozent an der University of Cambridge und Autor der Studie, erklärt, dass es hier eben nicht um Faulheit geht. Es ist ein kompletter Teufelskreis: Du schiebst eine Aufgabe auf, stresst dich deswegen, verlierst Schlaf und bist dann so fertig, dass du die Arbeit erst recht nicht schaffst – also prokrastinierst du weiter. Es ist quasi Selbstsabotage in Reinform. Die Forschung zeigt, dass es bei dieser Angewohnheit nicht nur um Zeitmanagement geht, sondern um Emotionsregulation. Fuschia Sirois, Psychologie-Professorin an der Durham University, merkt an, dass wir oft prokrastinieren, um die unangenehmen Gefühle zu vermeiden, die bei schwierigen Aufgaben hochkommen. Die kurzfristige Erleichterung fühlt sich zwar gut an, aber langfristig bleibt ein heftiger Mix aus Scham und Stress. ## Warum das wichtig ist Shatz betont, dass Universitäten aufhören müssen, Prokrastination als kleinen Charakterfehler abzutun, den man mit einem simplen Flyer beheben kann. Da es echten Leidensdruck und gesundheitliche Probleme verursacht, braucht es bessere und positive Interventionen. Real talk: Du bist nicht einfach faul, du bist ein Mensch – aber das Ganze als echtes Hindernis anzuerkennen, ist der erste Schritt, um aus dem Kreislauf auszubrechen.