Das System ist nicht kaputt, du bist nur ein Mensch
Hast du auch manchmal das Gefühl, ständig gegen ein unterschwelliges Gefühl von Unbehagen oder Unzufriedenheit anzukämpfen? Wenn du dich in letzter Zeit wie die Hauptfigur einer Tragödie fühlst: Du bist damit nicht allein. Der Verhaltensökonom George Loewenstein, Mitbegründer des Fachbereichs, der untersucht, warum wir nicht immer 'rationale' Menschen sind, hat ein neues Buch veröffentlicht: The Opposite of Happiness: How Bad Feelings Make and Break Us.
Hier die Realität: Loewenstein argumentiert, dass Elend kein Fehler in deinem Gehirn ist. Es ist das ganze System. Seinen Forschungen zufolge sind negative Emotionen wie Wut, Hunger und Einsamkeit hartnäckiger und kraftvoller als positive, weil sie die evolutionären 'Stöcke' waren, die unsere Vorfahren am Leben gehalten haben. Während uns diese Instinkte beim Jagen und Sammeln gute Dienste geleistet haben, fühlen sie sich in unserer heutigen Realität komplett deplatziert an – besonders da soziale Medien und der Kapitalismus unsere Ängste ständig gegen uns verwenden.
Der 'Kakerlaken-Effekt' in deinem Kopf
Loewenstein nutzt ein Konzept des Psychologen Paul Rozin, den sogenannten 'Kakerlaken-Effekt'. Stell dir das so vor: Eine Kakerlake in einem Glas teurem Wein ruiniert das ganze Getränk. Aber egal wie viel guten Wein du über die Kakerlake schüttest, du wirst das Insekt trotzdem nicht essen wollen. Negative Emotionen haben genau diese Macht, eine gute Zeit sofort auszulöschen. Selbst Erleichterung, die wir oft als 'positives' Gefühl jagen, ist in Wahrheit nur die Abwesenheit von Elend.
Also, was kannst du konkret tun?
Wenn das deprimierend klingt, sagt Loewenstein, dass du es aus der falschen Perspektive siehst. Das Geheimnis ist nicht, sich zwanghaft 24/7 glücklich zu fühlen, was ehrlich gesagt zum Scheitern verurteilt ist. Konzentriere dich stattdessen auf 'Meta-Emotionen' – also darauf, wie wir uns wegen unserer Gefühle fühlen.
Wir leiden doppelt, weil wir uns schlecht fühlen und uns dann auch noch schlecht fühlen, weil wir uns schlecht fühlen. Ganz im Ernst: Hör auf, dich selbst zu gaslighten. Wenn du wegen der Arbeit oder dem Leben gestresst bist, erkenne an, dass es total normal ist, sich manchmal zu fühlen, als wäre alles Mist. Wenn du nüchtern akzeptierst, dass du gerade einen schlechten Tag hast, kann das die Last tatsächlich etwas erleichtern. Du findest vielleicht kein 'pures Glück', aber du ersparst dir eine Menge unnötigen Stress.
Warum das wichtig ist
Zu verstehen, dass dein Gehirn darauf programmiert ist, negative Rückmeldungen zu priorisieren, kann verhindern, dass du dich wie ein Versager fühlst, wenn es mal hart auf hart kommt. Wenn du akzeptierst, dass Elend Teil des Menschseins ist, kannst du aufhören, gegen deine eigenen Emotionen zu kämpfen und dir eine ganze Menge mentaler Energie sparen.






