Die aktuelle Stimmung

Es läuft gerade etwas zäh für die Green Party of England and Wales. Nach einer mega erfolgreichen Phase, in der sie ihren ersten Sitz im Norden Englands sicherten und einen Wahlsieg bei der Bürgermeisterwahl in Hackney einfuhren, stößt die Partei jetzt an ihre Grenzen. Leader Zack Polanski, der voll auf das Narrativ "Labour ablösen" gesetzt hatte, kämpft nach der Niederlage gegen Sagal Abdi-Wali von Labour bei der Nachwahl in Holborn und St Pancras um seine politische Existenz.

Der Fallout

Polanskis Beliebtheit ist lowkey am Boden. Neue Umfragen von More in Common führen ihn als den unbeliebtesten Chef einer größeren Partei in UK – er liegt sogar hinter Nigel Farage. Sein Image hat gelitten, nachdem er einen kritischen Post über die Polizei geteilt hatte und wegen Steuerschulden in die Schlagzeilen geriet. Die Situation spitzte sich am letzten Wochenende auf dem Parteitag der Grünen in Brighton zu, wo ein Antrag verabschiedet wurde, der Zionismus mit Rassismus gleichsetzt. Polanski enthielt sich bei der Abstimmung, um für die Nachwahl zu kampagnen – ein Move, der bei hochrangigen Parteimitgliedern wie der ehemaligen Chefin Caroline Lucas gar nicht gut ankam. Sie sagte, er "hätte da sein und abstimmen müssen".

Kann er das Ruder rumreißen?

Obwohl Leute wie die Chefin der Jewish Greens, Vivien Lichtenstein, seinen Rücktritt fordern, halten Polanskis Supporter – inklusive der Fraktion Greens Organise – zu ihm. Sie betonen, dass er die Mitgliederzahl auf über 230.000 gesteigert hat und dass der 13-Punkte-Swing gegen Labour in einer sicheren Hochburg ein massiver W für ihre Bewegung war.

Analysten sagen, Polanski braucht einen Neustart. Luke Tryl von More in Common merkte an, dass Labours Kursänderung in Richtung Andy Burnham progressive Wähler zurückgeholt hat, während Polanskis aktuelle Ablenkungsmanöver eher moderate Supporter verschreckt haben.

Warum das wichtig ist

Die Grünen stehen an einem kritischen Wendepunkt. Experten sagen, ihr Weg zur Relevanz führt nicht über interne Kulturkämpfe, sondern zurück zu den wirtschaftlichen Themen wie der "Abzocke in Großbritannien", die ursprünglich junge Wähler gecatched haben. Ob Polanski es schafft, den Fokus rechtzeitig zurück auf diese Kernfragen zu lenken, bevor die Partei ihren Schwung verliert, bleibt die große Frage.