Die Situation
Judo-Ikone Teddy Riner steht aktuell aus einem richtig miesen Grund im Rampenlicht. Die Pariser Staatsanwaltschaft hat offiziell Ermittlungen wegen rassistischer Beleidigungen und Online-Belästigung gegen den Athleten eingeleitet. Auslöser war, dass Riner seine Sorge über den Aufstieg der extremen Rechten in Frankreich geäußert hatte. Riner, der als einer der erfolgreichsten Judo-Stars der Geschichte absoluten Legenden-Status genießt, sagte Anfang des Monats in einer Sportsendung, dass der aktuelle Vibe im Land einfach nicht stimmt.
Der Fallout
Die Stimmung ist absolut angespannt. Nach seinen Kommentaren wurde Riner mit Hate-Nachrichten und rassistischen Beleidigungen überflutet. Riner, 37, blieb stabil und postete: „Debatte und Widerspruch sind legitim. Hass und Rassismus sind es nicht.“ Er hat klargestellt, dass er keine Angst davor hat, seine Meinung zu sagen, und betonte, dass ihn Themen wie Lebenshaltungskosten, das Bildungssystem und die fehlende Perspektive für junge Menschen massiv beschäftigen.
Der Kontext
Das ist nicht das erste Mal, dass ein französischer Athlet Ärger bekommt, weil er sich politisch äußert. Kylian Mbappé steckte im Mai in einem ähnlichen Drama, als er seine Bedenken gegenüber einem möglichen Sieg der Partei Rassemblement National (RN) von Marine Le Pen bei den kommenden Präsidentschaftswahlen äußerte. Politiker des RN schossen zurück und behaupteten, Athleten sollten nicht als „politische Aktivisten“ auftreten. Riner ist das jedoch egal; er betont, dass man als Top-Athlet nicht aufhört, sich für die Zukunft seines Landes zu interessieren.
Warum das wichtig ist
Frankreich bereitet sich auf eine richtungsweisende Präsidentschaftswahl im nächsten Frühjahr vor – die Grenze zwischen Sport und Politik verschwimmt dabei immer mehr. Riners Entscheidung, nicht zu schweigen, zeigt einen wachsenden Trend: Immer mehr Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens merken, dass es kein W ist, einfach den Mund zu halten, selbst wenn der Backlash heftig ist.





