Der Ozean hat Ohren

Hast du manchmal das Gefühl, beobachtet zu werden? Wenn du ein Fisch im Ozean bist, ist es wahrscheinlich ein Hai, und er könnte dich hören, lange bevor du ihn überhaupt siehst. Eine neue Studie der Florida Atlantic University ist gerade erschienen und gibt uns einen wilden Einblick, wie Haie ihre Welt durch Schall navigieren.

Das Experiment

Das Forschungsteam reiste an die Küste von Südost-Florida, um Schwarzspitzen-Haie zu untersuchen, die sich dort natürlicherweise in flachen Gewässern aufhalten. Mithilfe einer Drohne zur Überwachung aus der Luft und eines Unterwasserlautsprechers zur Wiedergabe verschiedener Geräusche wollte das Team herausfinden, ob diese Raubfische Geräusche aus großer Entfernung tatsächlich hören – und deren Quelle lokalisieren – können.

Es stellt sich heraus: Definitiv. Die Haie konnten Geräusche aus einer Entfernung von fast 75 Metern wahrnehmen und reagierten, indem sie abrupt von der Geräuschquelle abdrehten. Das ist ein riesiger Erfolg für die Hai-Forschung, da wir erstmals einen soliden, quantifizierten Beweis dafür haben, dass Haie Geräusche im sogenannten "akustischen Fernfeld" wahrnehmen und sich danach ausrichten können.

Warum das wichtig ist

Im Gegensatz zu den meisten Knochenfischen haben Haie keine Schwimmblase, die ihnen beim Hören hilft. Deshalb verlassen sie sich schon die ganze Zeit auf ihre Innenohren, um Vibrationen wahrzunehmen.

"Der Ozean ist eine akustische Umgebung, und Haie sind offensichtlich auf eine Art und Weise darauf eingestellt, die wir erst langsam verstehen", sagte Stephen Kajiura, Ph.D., Professor für Biowissenschaften an der FAU.

Real talk: Das erklärt, wie diese Raubfische immer einen Schritt voraus sind. Sie erhalten Informationen über Beutetiere oder andere Lebewesen aus einer Entfernung von Hunderten von Metern, lange bevor irgendetwas in ihr Sichtfeld gerät. Das ist absolute Main-Character-Energy. Als Nächstes wollen die Forschenden herausfinden, wie genau ihre internen sensorischen Systeme diese entfernten Signale verarbeiten.