Das Drama ist real
Stell dir vor, du triffst endlich eine wichtige Entscheidung für deine Karriere, nur damit eine riesige Organisation aufkreuzt und dir sagt, dass dein Voting nicht zählt. Genau so fühlt sich die aktuelle Stimmung im Sephora-Store an der Third Street Promenade in Santa Monica an. Nach Monaten voller Anspannung stecken die Angestellten dort in einem juristischen Schwebezustand, der laut ihnen für pures Chaos sorgt.
Wie es dazu kam
Alles fing ungefähr im November an, als Vertreter der United Food and Commercial Workers (UFCW) Local 770 begannen, den Store zur Gewerkschaftsbildung zu drängen. Anfang Januar hielt die Belegschaft eine Wahl ab. Das Ergebnis? Eine Mehrheit der 25 Angestellten stimmte mit „Nein“ gegen die Gewerkschaft. Man könnte meinen, damit wäre die Sache erledigt, aber es kam anders. Nur eine Woche später reichte die UFCW beim National Labor Relations Board (NLRB) Einspruch gegen das Wahlergebnis ein. Seitdem steckt der Laden in einer Blockade, die nun schon neun Monate andauert.
Die Belegschaft hat genug
Die Mitarbeitenden sagen, die Taktik der Gewerkschaft sei krass gewesen. Sandra Wael, eine Teamleiterin, behauptet, sie sei mit ständigen Nachrichten und Belästigungen bombardiert worden, nachdem sie klar gemacht hatte, dass sie kein Interesse habe. „Sie haben mir pausenlos geschrieben, ohne Ende“, so Wael. Andere Angestellte, wie die lizenzierte Beauty-Beraterin Leslie Lopez-Santiago, hatten das Gefühl, die Gewerkschaft mache „falsche Versprechungen“, um im Laden Fuß zu fassen.
Durch den anhaltenden Streit leidet die Arbeitsmoral im Store extrem. Das Team ist von 25 Leuten auf etwa ein Dutzend geschrumpft, da Angestellte gekündigt haben, um dem Drama zu entkommen. Das Management konnte das Team nicht aufstocken, was zu massivem Personalmangel führt. Noch schlimmer: Der Schwebezustand hat wichtige Benefits für einige verzögert, darunter auch für Lopez-Santiago, deren Wechsel in eine Teilzeitstelle mit besseren Leistungen auf Eis gelegt wurde.
Warum das wichtig ist
Hier geht es nicht nur um Make-up, sondern um die Machtverhältnisse im modernen Einzelhandel. Für dich ist das ein Reminder, dass die Welt der gewerkschaftlichen Organisation selten simpel ist. Wenn ein Einspruch der Gewerkschaft einen Arbeitsplatz fast ein Jahr lang blockiert, sind es die Angestellten im Store, die am Ende den Preis dafür zahlen – durch verlorene Arbeitsstunden und zusätzlichen Stress. Die Belegschaft hat sogar eine Petition an die UFCW geschickt, in der sie den Rückzug der Einsprüche fordert, doch bisher schweigt die Gewerkschaft. Aktuell wartet das Team einfach nur darauf, dass das NLRB eine endgültige Entscheidung trifft.






