Ein Jahr mit heavy Vibes

Für die Autorin Louise O’Neill war 2023 echt schwierig. Nachdem ihre Langzeitbeziehung kurz nach dem Kauf eines gemeinsamen Hauses endete, folgte eine ganze Reihe persönlicher Rückschläge – von Fruchtbarkeitsproblemen bis hin zu heftigen Panikattacken. Sie versuchte sogar, das Ganze mit einem teuren Yoga-Retreat in Thailand zu regeln, aber ehrlich gesagt? Es hat ihren inneren Kampf nicht gelöst. Sie fühlte sich in einem permanenten Zustand von Groll gefangen, und das Trauma wohnte quasi mietfrei in ihrem Kopf.

Der Reality-Check am Berg

Als ihr Vater 63 wurde, wünschte er sich eine Familienwanderung auf den Carrauntoohil, Irlands höchsten Berg. O’Neill hatte nicht wirklich Main-Character-Energy; sie war völlig fertig, litt unter Schlaflosigkeit und wollte eigentlich nur in ihrer „Opferrolle“ bleiben. Doch die Wanderung entwickelte sich komplett anders, als ihre Mutter 6 bis 15 Meter tief in eine felsige Schlucht stürzte.

Mitanzusehen, wie ihre Mutter auf einen Felsbrocken prallte, veränderte alles. In diesen schrecklichen Stunden beim Warten auf den Rettungshelikopter fühlte sich ihr vorheriger Liebeskummer plötzlich ganz klein an. Ihr wurde klar: Während ein Haus verkauft und ein gebrochenes Herz heilen kann, wäre der Verlust ihrer Mutter das Einzige, was wirklich unumkehrbar wäre. Ihre Mutter überlebte, und diese Erfahrung gab O’Neill einen massiven Reality-Check.

Warum das wichtig ist

Manchmal serviert uns das Leben einen heftigen Curveball, der uns zeigt, dass unsere aktuellen Probleme nicht das Ende der Geschichte sind. O’Neills Erfahrung zeigt, dass Schmerz zwar real ist, du ihn aber nicht zu deiner Identität machen musst. Der Schmerz war nicht über Nacht weg, aber sie erkannte, dass sie nicht ruiniert war – sie musste einfach nur neu anfangen. Falls du wegen einer Trennung oder eines anderen Rückschlags gerade völlig am Rad drehst, nimm das als Zeichen, nach der Perspektive zu suchen, die dir vielleicht gerade noch fehlt.