Es ist absolut cringe, aber statt einer kurzen E-Mail gab es einen handfesten geopolitischen Autounfall. Der ehemalige Tory-Minister Jacob Rees-Mogg setzte sich für ein Interview mit Tucker Carlson zusammen, und das Gespräch entgleiste schneller, als man 'L' sagen kann. ## Der Breakdown Carlson, der zuletzt vor allem damit auffiel, Putin-Sympathisant zu sein und fragwürdige Takes rauszuhauen, nutzte seine Plattform quasi dazu, die gesamte Geschichte des Zweiten Weltkriegs zu gaslighten. Er stellte in Frage, warum Großbritannien überhaupt in den Krieg eingetreten sei, und behauptete sogar, Deutschland hätte einen legitimen Grund gehabt, gegen Polen vorzugehen. Als das Thema aufkam, ob Großbritannien gegen Hitler hätte verlieren können, meinte Carlson trocken: 'Wen interessiert das?' Dann schwenkte er auf eine seltsame xenophobe Schiene und meinte, es wäre doch schön, wenn in Großbritannien eine 'europäische Sprache' gesprochen würde, weil manche kein Englisch könnten. Es ist eine gewagte Strategie, vor seinen eigenen Gästen die Nazis zu verteidigen, aber Carlson hat das Memo wohl nicht bekommen. ## Die Reaktion Rees-Mogg war sichtlich überrumpelt und sagte zu Carlson, er sei 'kurz davor, Hitler zu verteidigen', was echt kein gutes Licht auf ihn werfe. Auf Nachfrage antwortete Carlson sarkastisch: 'Ja, ich schätze, ich bin einfach ein heimlicher Nazi.' Außerhalb des Podcasts rastet das Internet komplett aus. Selbst Mike Huckabee, der republikanische US-Botschafter in Israel, kritisierte die Absurdität auf X: 'Als ob es für den toxischen Tucker unmöglich schien, noch tiefer in den Abgrund zu sinken, kommt er jetzt mit der Meinung, dass Großbritannien die Nazis hätte übernehmen lassen sollen.' ## Warum das wichtig ist Ganz im Ernst, das ist ein Paradebeispiel für die extremen Auswüchse des aktuellen politischen Diskurses. Wenn eine einflussreiche Stimme in den US-Medien andeutet, dass die Nazi-Aggression im Zweiten Weltkrieg ein 'Wen interessiert's'-Moment war, zeigt das nur, wie verdammt schräg die Stimmung in der globalen Politik gerade ist. Es verdeutlicht den tiefen Graben zwischen denjenigen, die an internationale Bündnisse glauben – wie etwa die Unterstützung für die Ukraine – und denjenigen, die eine radikale, isolationistische und offen gesagt revisionistische Weltsicht pushen.