Die Story rund um die fragwürdigen Einstellungspraktiken der NFL nimmt kein Ende. Ein kürzlich versiegelter Scouting-Bericht von 2024 über den Defensive Coordinator der Minnesota Vikings, Brian Flores, wurde öffentlich – und sein Anwaltsteam bezeichnet den Inhalt als voller "rassistischer Stereotype" und als pure Vergeltungsmaßnahme.

Die Beweise

Dieser Bericht, der ursprünglich für die Las Vegas Raiders während ihrer Suche nach einem neuen Head Coach erstellt wurde, ist absolut wild. Er listet sechs Stärken und sieben Schwächen auf, aber die Art und Weise, wie diese formuliert sind, sorgt für ordentlich Gesprächsstoff. Eine "Stärke" merkt fast schon lächerlich an, dass Flores trotz seiner Herkunft aus einem überwiegend von Schwarzen und Hispanics bewohnten Viertel in Brooklyn "kultiviert" sei, wobei sein Hintergrund mit Mike Tyson verglichen wird.

Die Folgen

Auf der anderen Seite ist die Rubrik "Schwächen" highkey problematisch. Dort wird behauptet, Flores könne einen mit seiner "polierten Art täuschen", es fehle ihm an Selbstreflexion und er agiere "erratisch". Das Dokument führt sogar seine laufende Diskriminierungsklage gegen die NFL als Grund an, ihn nicht einzustellen, und stuft sie als "Ablenkung" ein.

Anwalt Michael J. Willemin fand klare Worte: Die Dokumente würden beweisen, dass Flores’ Kampf für Verantwortung mit "rechtswidrigen Vergeltungsmaßnahmen" beantwortet wird. Er betonte zudem, dass das Profil "stark auf rassistische Stereotype setzt".

Warum das wichtig ist

Flores, der Schwarz ist, wehrt sich seit seiner Klage von 2022 gegen die Liga, in der er der NFL vorwarf, "von Rassismus durchdrungen" zu sein. Da auch Coaches wie Steve Wilks und Ray Horton involviert sind, ist das keine One-Man-Show, sondern eine massive Herausforderung für die institutionelle Kultur der Liga. Die NFL hat bisher nicht reagiert, aber die Debatte um Bias bei der Einstellung von Coaches ist definitiv nicht vorbei.