Strategiewechsel erforderlich

Real talk: Die Strategie der Krypto-Branche, massiv Geld in republikanische Wahlkampagnen zu pumpen, könnte nach hinten losgehen – das sagt zumindest der ehemalige New York Gouverneur Andrew Cuomo. Auf einem Panel mit OKX-CEO Star Xu bei der Token2049 erklärte Cuomo, warum der aktuelle Ansatz die Chancen auf sinnvolle Krypto-Gesetze auf Bundesebene lowkey ruiniert.

Das Zahlenspiel

Es wirkt ziemlich unausgewogen. Daten von Tech Influence Watch zeigen, dass Krypto-PACs in diesem Wahlzyklus 54,3 Millionen Dollar zur Unterstützung der Republikaner ausgegeben haben, verglichen mit nur 26,2 Millionen für die Demokraten. Obendrein wurden nochmals 23,2 Millionen Dollar investiert, um explizit gegen Demokraten vorzugehen.

"Wenn man so massiv in die Republikanische Partei investiert, verprellt man per Definition die Demokraten", so Cuomo. Er betonte, dass die Branche aufhören muss, Partei zu ergreifen, und stattdessen Rückhalt von beiden Seiten braucht, um wichtige Gesetze wie den CLARITY Act zu verabschieden.

Ein Reality-Check

Nicht falsch verstehen – das hier ist keine Finanzberatung, aber die politische Rechnung ist offensichtlich. Auch wenn manche denken, die Demokraten seien Krypto-feindlich, argumentiert Cuomo, dass die Technologie eigentlich perfekt zu demokratischen Werten passt, da sie Menschen unterstützen soll, die bisher kaum Zugang zu Finanzsystemen hatten.

Es gibt aber noch Hoffnung für die Gesetzgebung. Der CLARITY Act erhielt bereits Unterstützung von 78 demokratischen Abgeordneten im Repräsentantenhaus, und eine Gruppe von sieben demokratischen Senatoren hat ihr Engagement für den Gesetzentwurf bekräftigt. Auch das Fairshake PAC versucht umzudenken und unterstützt für die Midterms im November nun 19 republikanische und 13 demokratische Kandidaten für das Repräsentantenhaus.

Warum das wichtig ist

Da der Prognosemarkt von Kalshi den Demokraten aktuell eine 61-prozentige Chance gibt, beide Kammern des Kongresses zu übernehmen, könnte der derzeitige "All-in auf GOP"-Kurs der Branche jeglichen Einfluss kosten, falls es zu einem Machtwechsel kommt. Wenn Krypto die regulatorischen Hürden überleben will, muss die Branche aufhören, sich wie ein parteiischer Degen zu verhalten, und stattdessen Brücken zu beiden Seiten bauen.