Die Einsätze sind hoch

Das Vereinigte Königreich steht vor einer massiven 2,4-Milliarden-Pfund-Entscheidung: Wer darf die Skynet-6-Satelliten bauen? Dabei geht es nicht um irgendeine Tech; diese Satelliten sollen die sensibelste Kommunikation der britischen Streitkräfte bis 2042 sichern.

Airbus-CEO Guillaume Faury hat persönlich an Premierminister Andy Burnham geschrieben und dabei ziemlich direkt gegen das Konkurrenzangebot des US-Unternehmens Lockheed Martin geschossen. Airbus betreibt derzeit das Skynet-5-System, und Faury argumentiert: Wenn sie diesen Vertrag verlieren, könnten die Airbus-Standorte in Stevenage und Portsmouth – die 600 Menschen beschäftigen – langfristig nicht mehr haltbar sein.

Das geopolitische Drama

Die Story bekommt Tiefe durch das europäische Raumfahrt-Game. Airbus arbeitet derzeit an 'Project Bromo', einer möglichen Fusion mit Thales und Leonardo, um einen europäischen Aerospace-Giganten zu schmieden. Faury warnt, dass das UK die Chance verpassen könnte, der Hub für militärische Satellitenkommunikation in diesem neuen europäischen Ökosystem zu werden, sollte der Auftrag verloren gehen. Um ehrlich zu sein: Die Branche spürt den Druck.

Außerdem sind die Vibes in Bezug auf die Abhängigkeit von den USA eher mau. Nachdem die Ukraine sich darüber beschwerte, dass ihr Starlink-Zugang – angeblich auf Geheiß der US-Regierung – eingeschränkt wurde, wächst die Sorge, ob das UK die Kontrolle über seine souveränen Satelliten an einen US-Riesen abgeben sollte.

Die Argumente für den Nordosten

Es ist aber nicht alles einseitig. Politiker im Nordosten Englands pushen das Angebot von Lockheed Martin extrem. Sie versprechen eine High-Tech-Fabrik in Durham, die 500 hochqualifizierte Jobs und 100 Millionen Pfund Investitionen in die Region bringen könnte. Die Bürgermeisterin des Nordostens, Kim McGuinness, nennt es einen „Gamechanger“ für das industrielle Erbe der Region. Lockheed betont, dass ihre britische Tochtergesellschaft die volle Kontrolle behält, um Ängste zu zerstreuen, dass die US-Regierung im Hintergrund die Strippen zieht.

Warum das wichtig ist

Abgesehen von Jobs und Technik geht es hier um nationale Sicherheit in einer Ära, in der Satelliten Hauptziele für Hacker, Jamming und physische Angriffe sind. Die endgültige Entscheidung liegt bei Premierminister Andy Burnham und Schatzkanzler John Healey. Wer auch immer gewinnt, wird das Rückgrat der britischen Militärkommunikation für die nächsten zwei Jahrzehnte bilden. Kurz gesagt: Es ist eine riesige Sache.