Der Money-Move

Der Vibe im englischen Rugby verändert sich gerade komplett und alles schreit nach Expansion. Mit dem Saisonstart an diesem Freitag geht die Premiership Rugby offiziell in eine neue Ära als geschlossene Liga. Da Auf- und Abstieg bis mindestens zur Saison 2029/30 vom Tisch sind, sliiden vermögende Investoren aus den USA und dem Nahen Osten – plus ein paar große Consumer-Brands – in die DMs von drei speziellen Clubs: Harlequins, Northampton und Gloucester.

Wer ist im Fokus?

  • Harlequins: Sie haben den Location-Vorteil (nah an Heathrow) und mit fast 30 Mio. £ den höchsten Umsatz der Liga. Trotzdem lief es sportlich zuletzt eher durchwachsen und sie mussten für die Saison 2024/25 Vorsteuerverluste von 3,5 Mio. £ verbuchen. Langzeit-Eigentümer Duncan Saville scheint bereit, frische Partner an Bord zu holen.

  • Northampton: Die Champions sind aktuell absolute Ws und haben zwei Titel in drei Jahren geholt. Sie sind extrem gut gemanagt, konnten ihre jährlichen Verluste senken und haben mit Henry Pollock Englands marktfähigsten Spieler langfristig gebunden.

  • Gloucester: Das ist eher ein Recovery-Projekt. Ihre Verluste lagen letzte Saison bei 2,91 Mio. £, und CEO Alex Brown bestätigte, dass sie aktiv nach Investoren suchen. Er betont aber, dass sie mega vorsichtig sind, den richtigen Partner für die Club-Kultur zu finden.

Warum jetzt?

Real Talk: Keiner der 10 Premiership-Clubs schreibt aktuell schwarze Zahlen. Die kombinierten Verluste beliefen sich in der Saison 2023/24 auf 34 Mio. £. Aber für amerikanische Investoren, die die Stabilität von geschlossenen Franchise-Ligen gewohnt sind, wirken die aktuellen Bewertungen wie ein totales Schnäppchen im Vergleich zu den Multi-Millionen-Dollar-Preisschildern in den USA.

Prem-Rugby-CEO Simon Massie-Taylor erwartet, dass in den nächsten zwei Jahren noch einige Deals folgen werden, inspiriert durch das Vorbild der Black Knight Group und James Dyson von Anfang des Jahres. Da die Liga plant, bis 2029 auf 12 Teams zu expandieren – inklusive potenziellem Interesse an Birmingham durch Knighthead Capital –, ist das Momentum absolut real.

Warum das wichtig ist

Der Wechsel zu einer geschlossenen Liga ist ein gewaltiges Gamble, um die Finanzen zu stabilisieren. Indem die Premiership das US-Franchise-Modell kopiert und sich an erfolgreichen Investment-Vorbildern aus dem Cricket orientiert, hofft die Liga, ihre finanziellen Ls in eine nachhaltige Zukunft zu verwandeln.