Die Stimmung in der New York Public Library ist gerade highkey angespannt. Letzte Woche lud die Hauptbibliothek in der 42nd Street den Autor Benjamin Moser ein, um sein neues Buch „Anti-Zionism, a Jewish History“ zu bewerben. Das Event vom 22. September hat eine riesige Debatte ausgelöst, nachdem Aufnahmen auftauchten, in denen Moser extrem kontroverse Aussagen über Israel machte.

Während der Diskussion behauptete der Pulitzer-Preisträger Moser, dass US-Juden ohne tiefe Bindung zu Israel das Land wie ein „Tierheim“ behandeln würden, das man halt unterstützen muss. Er legte noch einen nach: Er nannte Israel-Unterstützer „intellektuelle Schläger“ und behauptete, viele Leute würden so tun, als sei der Verzicht auf ein Croissant genauso schlimm wie ein Konzentrationslager der Nazis. Auch bei seinem Take zum Gazastreifen hielt er sich nicht zurück und warf großen jüdischen Institutionen in Amerika vor, einen „Genozid“ zu unterstützen.

Der Fallout

Die Vibes sind für viele Leute gerade echt daneben. Moderiert wurde die Veranstaltung von Rashid Khalidi, einem pensionierten Geschichtsprofessor der Columbia University, der sich selbst als Antizionist bezeichnet. Da niemand auf der Bühne saß, der Kontra gab, war das Gespräch komplett einseitig, was viele in der Community ziemlich triggert.

Dov Hikind, der Gründer von Americans Against Antisemitism, kritisierte die Bibliothek scharf dafür, dass sie mit Steuergeldern jemanden wie ihn als „Juden-Hasser“ eine Bühne bietet. Für viele, die finden, dass die Bibliothek solche Ansichten nicht supporten sollte, ist das Ganze einfach nur frustrierend.

Die Reaktion der Bibliothek

NYPL-Sprecherin Melissa Grace verteidigte das Event und erklärte, die Bibliothek veranstalte jährlich über 100.000 Events und eine Einladung sei kein institutionelles Statement. „Wir zensieren keine Meinungen, das entspricht unserem Bekenntnis zur intellektuellen Freiheit“, sagte sie. Brent Reidy, Direktor der Forschungsbibliotheken, betonte, dass man bewusst Raum für „komplexe und oft schwierige Gespräche“ schaffe.

Trotz dieser Haltung bleibt der Druck groß. Das Büro der City Council Speakerin Julie Menin bestätigte, dass sie Beschwerden erhalten haben und mit der Bibliothek im Gespräch sind, um den ganzen Tea darüber zu erfahren, wie es dazu kommen konnte.

Warum das wichtig ist

Das Ganze zeigt den schmalen Grat, auf dem öffentliche Institutionen zwischen dem Schutz der Meinungsfreiheit und den Erwartungen der Community balancieren. Da die Spannungen hochkochen, steckt die Bibliothek jetzt mitten in einem heftigen Kulturkampf, der die Frage aufwirft, wo eigentlich die Grenze gezogen werden sollte.