Das Problem mit dem 'guten Nachbarn'

Microsoft fährt dieses Jahr eine massive PR-Kampagne als 'guter Nachbar' und verspricht, in Gemeinden, in denen sie riesige Rechenzentren bauen, Präsenz zu zeigen. Sie reden viel darüber, Schulen, Krankenhäuser und Parks zu finanzieren. Aber wenn lokale Organisatoren sie mal auf die konkreten Zahlen festnageln wollen, passt der Vibe einfach nicht. Das Unternehmen wirkt total unvorbereitet, sobald man über mehr als die auswendig gelernten Marketing-Sprüche hinausgeht.

Der Realitätscheck bei den Steuervorteilen

Hier ist die Wahrheit: Während Microsoft kleine Zuschüsse verspricht, sahnen sie bei staatlichen Steuervergünstigungen richtig ab. In Indiana können sie die 7-prozentige Umsatzsteuer auf ihre Ausrüstung umgehen – ein Deal, der die Öffentlichkeit über 50 Jahre hinweg bis zu 900 Millionen Dollar an potenziellen Steuereinnahmen kosten könnte. In Georgia haben Prüfungen ergeben, dass der Staat der Branche 474 Millionen Dollar an Steuern erlassen hat, aber nur 41 Millionen Dollar zurückbekam. Das ist mal eine richtig schlechte Investition für die Allgemeinheit.

Die Forderung: 1% für die Menschen

In South Bend, Indiana, hat eine Gruppe lokaler Kirchengemeinden namens We Make Indiana genug vom Hinhalten. Sie fordern Microsoft dazu auf, bei echten, systemischen Problemen wie Gesundheitsversorgung, Wohnraum und Kinderbetreuung zu helfen. Microsoft bot ein einmaliges Spendenpaket von 1 Million Dollar an, was die Community im Vergleich zu den Projektkosten von 1 Milliarde Dollar als absolute Peanuts ansieht.

We Make Indiana schlug ein 'Fair Share Agreement' vor, bei dem Microsoft jährlich einen kleinen Prozentsatz (sie dachten an etwa 1 Prozent) der gesamten Kosten des Rechenzentrums in einen unabhängigen Fonds für die Region einzahlen würde. Selbst nur 1 Prozent könnte jährlich 30 bis 40 Millionen Dollar einbringen.

Wie geht es weiter?

Seit diesem Vorschlag herrscht bei Microsoft Funkstille – sie haben die Community quasi geghostet. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte gegenüber Ars, dass man sich noch in der 'Zuhörphase' befinde und es 'zu früh' sei, um über echte Investitionsentscheidungen zu sprechen. Aktuell ist das ein totaler L für die Bewohner von South Bend, die immer noch darauf warten, dass die Energie des 'guten Nachbarn' endlich mal Realität wird.

Warum das wichtig ist

Rechenzentren sind gigantisch, verschlingen Unmengen an Strom und brauchen viel Platz, aber die Gemeinden, die sie beherbergen, zahlen oft drauf, weil ihnen Steuereinnahmen entgehen. Wenn Microsoft sich tatsächlich auf ein verbindliches 'Fair Share'-Modell einlassen würde, könnte das die Art und Weise verändern, wie Tech-Giganten mit den Städten umgehen, die sie verändern. Momentan sieht es lowkey danach aus, als würden sie lieber Geld für PR ausgeben, als ihren fairen Anteil zu zahlen.