Die Doppelmoral
Wenn du das Gefühl hast, die Vibes auf Social Media sind gerade einfach off, bist du damit nicht allein. OnlyFans-Creator, die eh schon ständig kämpfen müssen, um mit ihren Accounts sichtbar zu bleiben, haben von Metas neuestem Tech-Move offiziell genug. Meta hat Muse gelauncht, einen KI-Agenten, der dein Leben managt, Kalender synchronisiert und – in einem Plot-Twist, der die Adult-Industry extrem skeptisch macht – explizite, schlüpfrige Sex-Chats mit Nutzern führt.
Für Creator wie Vanniall, die in NYC lebt und über 100.000 Follower auf Instagram hat, ist der Frust real. Sie sagte gegenüber WIRED, dass ihr Account aktuell eingeschränkt ist und sie ständig gegen Moderations-Entscheidungen kämpfen muss. Dass Meta mit einem KI-Agenten Kohle scheffelt, der schmutzig redet, während menschliche Creator für ihre bloße Existenz shadowbanned werden? Das passt einfach nicht. „Es ist absolut nicht fair, dass sie mit ihrem sexuell aktiven KI-Agenten Geld verdienen, aber echten Menschen, echten Erwachsenen, nicht den kleinsten Spielraum für Sinnlichkeit oder Sexualität lassen“, sagte sie.
Warum es kompliziert ist
Meta-Sprecherin Tracy Clayton argumentiert, dass private Eins-zu-eins-Gespräche mit einem KI-Agenten etwas völlig anderes seien als die öffentliche Vermarktung von Adult-Services auf einer sozialen Plattform. Aber für die Performer geht die Rechnung nicht auf. Jiz Lee, OnlyFans-Creator und Veteranin in der queeren Adult-Industry, betont, dass menschliche Creator auf Plattformen wie X oder Bluesky ausweichen müssen, nur um gesehen zu werden, während Metas KI bei expliziten Texten einen Freifahrtschein bekommt.
Viele in der Branche führen das auf das FOSTA-SESTA-Gesetz von 2018 zurück, das eine massive Zensurwelle im Netz ausgelöst hat. Lee merkt an, dass die mangelnde Datentransparenz ein weiteres massives Red Flag ist: Creator fragen sich zurecht, ob ihre eigene Arbeit ohne Zustimmung oder Vergütung genutzt wurde, um diese KI-Agenten zu trainieren.
Die Zukunft der Creator-Economy
Einige Creator, wie Tony Genius, glauben, dass die Industrie an einem Scheideweg steht. Während er einfache KI-Tools fürs Marketing nutzt, sorgt er sich um eine Zukunft, in der komplett KI-generierte Inhalte menschliche Performer komplett ersetzen könnten. Er schlägt sogar vor: Wenn Meta die 18+-Szene wirklich unterstützen wollte, würden sie einen dedizierten, sicheren Bereich für Adult-Creator aufbauen, anstatt nur auf einen KI-Bot zu setzen.
Warum das wichtig ist
Mal ganz ehrlich: Das ist ein Paradebeispiel für Corporate-Heuchelei. Big-Tech-Unternehmen verdienen liebend gerne an „kantiger“ KI-Technologie, die Kohle bringt, machen es aber gleichzeitig für echte Sexarbeiter unmöglich, sich eine Existenz aufzubauen. Für Creator wie Vanniall ist die Message klar: Schützt eure Daten, ladet die App nicht herunter und vertraut Meta nicht, wenn es um faire Bedingungen geht.






