Die Lage

Real Talk: Der Wohnungsmarkt in Spanien ist aktuell ein totaler L. Nachdem die 87-jährige Maricarmen Abascal auf einer Trage aus ihrer Wohnung zwangsgeräumt wurde, in der sie über 70 Jahre gelebt hatte, darf sie nun endlich wieder einziehen. Ihre Anwältin, Beatriz Duro, bestätigte, dass eine Einigung mit der Investmentfirma Urbagestión erzielt wurde, der das Gebäude gehört. Nach massivem öffentlichem Druck zeigten sich beide Seiten zu einer Lösung bereit, um eine Mieterhöhung zu vermeiden, die die Wohnung für sie unbezahlbar gemacht hätte.

Wie es dazu kam

Abascals Familie mietete die Wohnung seit 1956 und profitierte jahrzehntelang von einer Mietpreisbindung. Als Urbagestión das Gebäude 2018 kaufte, versuchten sie die Miete von 500 € auf 2.650 € pro Monat anzuheben – bei einer Rente von gerade einmal 1.350 €. Das ist klassische Profitgier, no cap. Nach drei gescheiterten Versuchen setzten sie sie am 23. September schließlich vor die Tür, was bei ihr zu einem Krankenhausaufenthalt wegen Erschöpfung führte.

Die Folgen

Dieser Vorfall wurde zum Hauptthema einer nationalen Debatte über den Wohnungsmangel in Spanien und löste Proteste aus, bei denen bis zu 1.000 Menschen auf dem Madrider Puerta del Sol zusammenkamen. Die Stimmung ist im ganzen Land am Boden, da die Mieten in Städten wie Madrid im letzten Jahr um fast 10 % gestiegen sind. Premierminister Pedro Sánchez steht nun unter Druck und verspricht Maßnahmen zur Entlastung, während sein Kabinett verzweifelt versucht, eine Lösung für einen geschätzten Mangel von 700.000 Wohnungen zu finden.

Warum das wichtig ist

Auch wenn das ein W für Abascal ist, sagen Wohnungsbau-Aktivisten: „Say less“ – sie fordern dauerhafte Reformen, um zu verhindern, dass so etwas noch einmal passiert. Angesichts der Inflation und der explodierenden Mietkosten steht die Regierung massiv unter Druck, mehr als nur kurzfristige Flickschusterei zu betreiben und gefährdete Mieter endlich effektiv zu schützen, bevor das ganze System kollabiert.