Die Sache wird brenzlig
Real Talk: Dein digitaler Fußabdruck ist wahrscheinlich nicht so sicher, wie du denkst. Die Wissenschaftsjournalistin Linda Geddes musste vor Kurzem feststellen, dass eine völlig fremde Person ihren Namen benutzt, um Artikel anzubieten – und ganz ehrlich, das ist extrem strange. Alles fing an, als Geddes eine Nachricht über einen Artikel bekam, den sie angeblich für die New York Post über „Chronoworking“ geschrieben hatte. Das einzige Problem? Sie hatte den Text nie geschrieben.
Es wird noch weirder. Jemand hat auch Redakteure bei Nature und Science angeschrieben und dabei ihren Namen sowie eine gefälschte E-Mail-Adresse benutzt. Noch nerviger: Die Betrüger haben es auch auf ihre Kollegen abgesehen, wie zum Beispiel die Autorin Caroline Williams. In einem Fall hat eine „Fake-Caroline“ sogar erfolgreich einen Artikel verkauft und veröffentlicht, wofür sie etwa 1.000 Dollar kassierte. Es stellt sich heraus, dass dies kein Einzelfall ist – Geddes fand eine dritte Autorin, Sara Novak, die ebenfalls ins Visier geraten ist.
Warum das passiert
Experten sagen, dass generative KI diese Art von Betrug viel einfacher macht. Sie kann überzeugende E-Mails, gefälschte Lebensläufe und sogar KI-generierte „Slop“-Artikel erstellen, die auf den ersten Blick professionell aussehen. Dr. Simon Miller vom Betrugspräventionsdienst Cifas nennt das „faszinierend ungewöhnlich“ und merkt an, dass es sich hier nicht um den üblichen Massenbetrug handelt, sondern eher um ein Agatha-Christie-Mysterium mit technischem Upgrade.
Abgesehen vom Schreiben gefälschter Artikel werden Identitäten auch missbraucht, um Namen auf wissenschaftliche Arbeiten zu setzen, die die Betroffenen nie verfasst haben, oder sogar um ohne deren Wissen Remote-Jobs zu ergattern.
Was du konkret tun kannst
Es ist total leicht, sich hilflos zu fühlen, wenn man so etwas liest, aber bleib entspannt. Wenn du online arbeitest, musst du besonders aufpassen:
- Bleib skeptisch: Wenn du Redakteur oder Profi bist, prüfe immer die E-Mail-Adresse der Person, mit der du schreibst. Wenn die E-Mail nicht mit dem bekannten professionellen Account übereinstimmt, zieh sofort die Notbremse.
- Check deine Präsenz: Google dich regelmäßig selbst oder suche deinen Namen auf Amazon, um zu sehen, ob plötzlich komische Bücher oder Artikel ohne deine Zustimmung aufgetaucht sind.
- Klick nicht blind: Wenn du eine zufällige „Chance“ bekommst, verifiziere die Person dahinter über einen offiziellen Kanal, bevor du irgendwelche Infos teilst.
Warum das wichtig ist
Hier geht es um mehr als nur geklaute Zeilen unter Artikeln. Es geht um Vertrauen. Wenn KI-generierter Müll den Weg in seriöse Magazine oder Publikationen findet, gefährdet das die Glaubwürdigkeit der gesamten Branche. Da wir uns zudem auf eine Welt mit Echtzeit-Video-Deepfakes zubewegen, veralten die klassischen Methoden zur Identitätsprüfung immer mehr – was jeden zu einem potenziellen Ziel für einen digitalen Identitätsdiebstahl macht.






