Stell dir vor, du gehst 1998 spazieren und kommst erst 2026 wieder in deiner Heimatstadt an. Für den ehemaligen Fallschirmjäger Karl Bushby war das kein gewöhnlicher Spaziergang – es war eine 36.000-Meilen-Mission, die ihn durch Nord- und Südamerika, Asien und Europa führte. ## Der lange Weg nach Hause Bushby verließ Hull im Alter von 29 Jahren mit dem Plan, in 12 Jahren zu Fuß die Welt zu umrunden. Ganz so lief es dann doch nicht. Wegen bürokratischer Hürden, Visum-Problemen, Pandemien und finanziellen Schwierigkeiten zog sich der Trip zu einer 28-jährigen Saga. Er hielt sich an zwei strikte Regeln: kein Transportmittel zur Fortbewegung und kein Heimflug, bis die Mission erfüllt ist. Wenn er einen Umweg machen musste, kehrte er immer exakt an den Punkt zurück, an dem er aufgehört hatte. Er war dabei nicht allein – oder zumindest hatte er „The Beast“. So nennt er seinen speziell angefertigten Golf-Trolley, der seine gesamte Ausrüstung trug. Das Original ging kaputt, aber „Beast 2“, gebaut in Nicaragua, war die letzten 25 Jahre sein treuer Begleiter. ## Die Realität der „Goliath-Expedition“ Es hat absolute Main-Character-Energy, aber die Realität war oft hart. Bushby wurde mit Waffen bedroht, fälschlicherweise der Spionage beschuldigt, traf auf Eisbären und saß nach dem Verlust seines Sponsors jahrelang in Mexiko fest. Kürzlich schwamm er 21 Meilen durch den Ärmelkanal, um England zu erreichen. Er nennt seinen Schwimmstil bescheiden „Floatimming“ und scherzt, dass er im Vergleich zu Profis ein totaler Amateur sei. Mit 57 ist er definitiv nicht mehr derselbe, der damals loszog. Früher sagten die Leute, er sehe aus wie Kurt Cobain; heute lacht er über den Bauchansatz, den er nach Jahren von Tankstellen-Snacks und Wartezeiten bei Visa-Anträgen entwickelt hat. ## Warum das wichtig ist Bushbys Reise ist die längste jemals dokumentierte Fußreise, die über 29 Länder führte. Er ist zurück in Dover und plant, Hull am 1. November zu erreichen – genau 28 Jahre nach seinem Aufbruch. Es ist eine krasse Erinnerung daran, dass man manchmal einfach wie ein Rottweiler sein muss: hartnäckig, bis man sein Ziel erreicht hat. No cap, das ist mal echtes Durchhaltevermögen.