Die Ausgangslage

Kansas entwickelt sich in dieser Midterm-Saison zum absoluten Hotspot. Rev. Adam Hamilton, ein Pastor und politischer Newcomer, fordert den amtierenden republikanischen Senator Roger Marshall in einem Rennen heraus, das viel spannender ist, als viele dachten. Wenn du dich fragst, warum ein Demokrat in so einem knallroten Staat plötzlich eine Chance hat: Es liegt vor allem am wirtschaftlichen Druck.

Warum die Vibes für die GOP nicht stimmen

Mal im Ernst: Dem Agrarsektor in Kansas geht es gerade echt mies. Zwischen einem massiven Anstieg der Dieselpreise um 79 % im Vergleich zum Vorjahr und den Auswirkungen des Iran-Kriegs stehen Farmer und Rancher unter extremem Druck. Erschwerend kommt hinzu, dass aktuelle Zölle auf Rindfleischimporte aus Argentinien dazu geführt haben, dass Rancher rund 600 Dollar pro Tier verlieren. Sogar die Einwanderungspolitik der Trump-Administration, insbesondere die jüngsten ICE-Razzien im Westen von Kansas, hat Branchenführer verärgert, die sich um ihre Arbeitskräfte sorgen.

Marshall, ein Gynäkologe, der 2020 erstmals in den Senat gewählt wurde, hat versucht, sich von einigen dieser Maßnahmen zu distanzieren und forderte insbesondere eine bessere Koordination bei ICE-Einsätzen. Er hält jedoch weiterhin an der allgemeinen Iran-Strategie der Regierung fest.

Das Kampagnen-Drama

Das Ganze hat echtes Rivalitäts-Potenzial. Das United Futures PAC, das Hamilton unterstützt, hat in Kansas City und Wichita Plakatwände aufgestellt, auf denen Marshall in einem Hawaiihemd zu sehen ist, um ihn als völlig abgehoben darzustellen. Sie fokussieren sich auf sein Ferienhaus in Florida und suggerieren, dass er lieber dort wäre, als sich um die Probleme in Kansas zu kümmern. Marshall lässt das nicht auf sich sitzen und kontert gegen Hamilton – den er als „Megachurch-CEO“ bezeichnet – indem er darauf hinweist, dass der Pastor selbst vier Häuser besitzt.

Die Umfragen zeigen aktuell ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Während Experten wie Bob Beatty von der Washburn University sagen, dass Hamilton durchaus Chancen auf den Sieg hat, gibt es ein großes „Aber“. Die Geschichte spricht massiv gegen ihn, und einige Politikwissenschaftler sind skeptisch, ob die Wähler wirklich ihre Parteigrenzen überschreiten werden, vor allem angesichts der Spaltung zwischen dem östlichen und westlichen Kansas.

Warum das wichtig ist

Kansas hat seit 1932 keinen Demokraten mehr in den Senat gewählt, jede Veränderung hier ist also ein riesiges Ding. Ob Hamilton tatsächlich die Kluft zwischen Stadt und Land überbrücken kann oder ob Marshalls republikanische Basis standhält, wird uns viel darüber verraten, wie wirtschaftliche Frustration die politische Landkarte in diesem Jahr neu sortiert. Es heißt abwarten und Tee trinken.