Unsere Instinkte neu gedacht

Schon mal gehört, dass Menschen von Natur aus gewalttätige Wesen sind, die ständig in Konflikte geraten? Real talk: Die Wissenschaft könnte hier falsch liegen. Eine neue Studie der University of Lincoln stellt die Idee infrage, dass alle menschliche Aggression aus derselben Quelle stammt.

Lange Zeit dachten Forscher, dass Spezies mit einem hohen Maß an „alltäglicher“ Aggression – wie kleine Streits oder Revierkämpfe – automatisch anfälliger für tödliche Gewalt wären. Aber laut der neuen Forschung, die in Evolution Letters veröffentlicht wurde, ist diese Logik lowkey fehlerhaft.

Der Beweis bei Primaten

Professor Bonaventura Majolo und sein Team haben Daten von 100 verschiedenen Primatenarten ausgewertet, uns eingeschlossen. Sie fanden heraus, dass Arten mit vielen kleineren Konflikten keineswegs häufiger ihre Rivalen töten. Es sind völlig unterschiedliche Dynamiken. Die Forscher entdeckten, dass tödliches Verhalten, wie Kindstötungen oder Angriffe auf Rivalen, einen eigenen evolutionären Pfad zu haben scheint, der nichts mit dem Zeug zu tun hat, das dich an einem Dienstag mal aus der Fassung bringt.

Im Grunde genommen werden kleine Zankereien und extreme Gewalt durch unterschiedliche evolutionäre Zwänge gesteuert. Es ist nicht einfach nur eine große Skala von „gewalttätiger Natur“.

Warum das wichtig ist

Das ist ein massiver W für die Debatte darüber, ob Gewalt eine menschliche Konstante ist oder etwas, das wir ändern können. Indem die Studie zeigt, dass tödliche Gewalt und routinemäßige Aggression nicht dasselbe biologische Phänomen sind, legt sie nahe, dass wir sie nicht einfach in einen Topf werfen können. Das bedeutet, unsere aggressive Natur ist viel komplexer als frühere Modelle behaupteten, und vielleicht sind wir gar nicht für Zerstörung „fest verdrahtet“. Say less, Wissenschaft – das bringt definitiv die nötige Nuance in die Diskussion.