Der Vibe-Check ging daneben

Gianni Infantino steht offiziell auf dünnem Eis. Nach einer dreieinhalbstündigen FIFA-Ratssitzung zweifeln die Chefs der englischen und deutschen Fußballverbände offen daran, ob er überhaupt noch als Führungsperson taugt. Real talk: Das Treffen sollte eigentlich große Probleme klären, aber Infantino lieferte größtenteils nur Entschuldigungen ohne echte Fakten.

Das Drama

Infantino eröffnete das Meeting mit einer Entschuldigung, weil er versucht hatte, einen Plan für den Ausverkauf der WM ohne Rücksprache mit seinem Team durchzudrücken. Aber als es darum ging, konkrete Fragen zum 20-Milliarden-Dollar-Plan „FIFA Forward Enterprise“, zum Friedenspreis von Donald Trump und zu den Ungereimtheiten rund um die Folarin-Balogun-Affäre zu beantworten, blieb er stumm.

Selbst nachdem er zwei amerikanische Anwälte hinzugezogen hatte, um einen möglichen Anteilsverkauf von 20 Prozent an Thrive Capital schmackhaft zu machen, ließ sich der Rat nicht überzeugen. Sie zwangen die Anwälte, den Raum zu verlassen.

Ruf nach Veränderung

Debbie Hewitt, Vorsitzende der englischen FA, hielt sich nicht zurück: „Wenn er diese Fragen nicht beantwortet, ist er als FIFA-Präsident nicht tragbar.“ Der DFB-Präsident Bernd Neuendorf schloss sich dieser Meinung an und betonte, dass ein „kompletter Neuanfang“ der FIFA-Führung nicht verhandelbar sei. Er ist zudem lowkey zuversichtlich, dass vor der Nominierungsfrist am 18. November ein Herausforderer für die Wahl im nächsten Jahr gefunden wird.

Während einige Verbände aus Afrika und Asien noch hinter ihm stehen, ist die Spannung greifbar. Der Rat stimmte zwar einer Auszahlung von 3,5 Milliarden Dollar an die nationalen Verbände zu, doch die Skepsis gegenüber Infantinos Führungsstil bleibt bestehen.

Warum das wichtig ist

Da die Präsidentschaftswahl im März immer näher rückt, wächst der Druck gewaltig. Sollten die europäischen Schwergewichte einen ernsthaften Gegenkandidaten finden, könnte es für Infantinos Zukunft an der Spitze des Sports noch richtig ungemütlich werden.