Das Duell
Es geht los in Brasilien. Heute ziehen die Wähler an die Urnen, um ihr neues Staatsoberhaupt zu bestimmen. Der amtierende Präsident Luiz Inácio Lula da Silva tritt gegen Flávio Bolsonaro an – ein Rennen, bei dem sich die Ereignisse gefühlt täglich überschlagen. Um heute direkt zu gewinnen, braucht ein Kandidat mehr als 50 % der gültigen Stimmen. Wenn niemand diese magische Marke knackt, sehen wir uns am 25. Oktober in der Stichwahl wieder.
Wer sind die Player?
Lula, 80, ist das Urgestein der brasilianischen Linken und absolviert aktuell seine dritte Amtszeit. Er ist eine absolute Hauptfigur in der brasilianischen Politik und hat das Land bereits während eines massiven Wirtschaftsbooms regiert. Auf der anderen Seite steht der 45-jährige Anwalt und ehemalige Senator Flávio Bolsonaro. Er ist der Sohn von Jair Bolsonaro, der aktuell eine 27-jährige Haftstrafe verbüßt, weil er nach seiner Niederlage 2022 einen Militärputsch anzetteln wollte. Der ältere Bolsonaro unterstützt die Kampagne seines Sohnes und hofft lowkey darauf, dass ein Sieg sein Ticket aus dem Gefängnis sein könnte.
Warum Minas Gerais wichtig ist
Wer wissen will, wer gewinnt, muss auf Minas Gerais schauen. Diese riesige Region ist quasi der ultimative Indikator für den Wahlausgang. Seit Brasilien in den 80er Jahren zur Demokratie zurückgekehrt ist, hat niemand die Präsidentschaft gewonnen, ohne Minas für sich zu entscheiden. Es ist wie ein politischer Trendsetter – wer dort gewinnt, holt meistens auch den Gesamtsieg.
Warum das wichtig ist
Brasilien ist ein bedeutender Global Player, und diese Wahl entscheidet darüber, wer am 5. Januar 2027 das Ruder übernimmt. Da für keinen der Kandidaten ein klarer Vorsprung garantiert ist, könnte der Weg ins Ziel absolut chaotisch werden.






