Der Plan
Englands Landwirtschaft bekommt ein potenzielles Upgrade. Die Regierung hat gerade ein neues Ziel bekannt gegeben: Bis 2036 sollen 10 % der Fläche ökologisch bewirtschaftet werden. Aktuell hinkt England seinen europäischen Nachbarn hinterher, mit nur 3,4 % Bio-Anteil. Zum Vergleich: Frankreich liegt bereits bei 10,4 % und will noch weiter hoch.
Umweltministerin Angela Eagle sagt, es gehe darum, Bio-Landwirtschaft aus der Nische in den Mainstream zu holen. Die Regierung setzt dabei auf öffentliche Beschaffung – etwa bei Lebensmitteln in Schulen und Krankenhäusern –, um eine stabile Nachfrage nach Bio-Produkten zu schaffen.
Der Reality-Check
Das Ziel ist zwar ein Vibe, aber die Umsetzung ist, nun ja, kompliziert. Rob Haward, CEO von Riverford, betonte, dass England seit über 20 Jahren keinen vernünftigen Plan für Bio-Landwirtschaft mehr hatte. Der Elefant im Raum ist die Finanzierung.
Landwirte sind immer noch bedient von der letzten Finanzierungsrunde des 'Sustainable Farming Incentive' (SFI) im letzten Monat, die schon nach sechs Stunden komplett aufgebraucht war. Das hat viele, die bereit für den Umstieg auf Bio-Methoden waren, völlig im Regen stehen lassen.
Warum das wichtig ist
Real talk: Unser derzeitiges Ernährungssystem spürt den Druck durch Hitze, Dürre und teure Düngemittel, die mit dem Krieg im Iran zusammenhängen. Bio-Betriebe sind generell resilienter gegenüber extremem Wetter und verzichten auf diese teuren chemischen Dünger, was ein echter W ist.
Experten wie Gareth Morgan von der Soil Association betonen jedoch, dass dieser Wandel ohne konsistente und verlässliche staatliche Zuschüsse hart wird. Die Branche befindet sich aktuell in einem 'Kompromiss'-Zustand, in dem der Ehrgeiz zwar da ist, aber das finanzielle Rückgrat fehlt. Landwirte fordern zudem bessere Preise und mehr Investitionen aus dem Privatsektor, um den Wandel nachhaltig zu gestalten.






