Eine krasse Nacht für das Duo
Für die Band Angine de Poitrine aus Quebec war dieser Dienstag ein absoluter Gamechanger für ihre Karriere. Das Duo verließ die Massey Hall in Toronto mit zwei der prestigeträchtigsten Musikpreise Kanadas: dem Polaris Music Prize für ihr Album Vol. II und dem SOCAN Polaris Song Prize für ihren Track „Fabienk“.
Der Sieg kam bei der Verleihung völlig überraschend. Nachdem die Band aufgetreten war, kamen die Laudatoren Jeremy Dutcher und Tanya van Luven auf die Bühne. In einer fast schon dramatischen Verwirrung stellten die beiden fest, dass sie zwei Preiskoffer in der Hand hielten – und auf beiden stand der Name des Gewinner-Duos.
Sie bleiben ihrem Vibe treu
Passend zu ihrer wortlosen, Alien-inspirierten Bühnen-Persona sagten die Bandmitglieder bei der Entgegennahme ihrer Trophäen kein Wort. Stattdessen mimten sie schweigend mit ihren schallplattenförmigen Awards, bis ihr Manager Sébastien Collin einsprang und für sie sprach.
Collin bedankte sich für die Anerkennung ihres komplexen Sounds und betonte: „Dass all diese Aufmerksamkeit auf Musik gelenkt wird, die so rocklastig und komplex ist, ist unerwartet, aber absolut verdient.“ Insgesamt räumte die Band ein Preisgeld von 40.000 Dollar ab.
Dieses Jahr gab es einen Wandel im Polaris-Abstimmungsverfahren. Zum ersten Mal stimmte der gesamte 205-köpfige Jury-Pool für seinen Favoriten ab, anstatt sich auf eine kleinere Grand Jury zu verlassen. Die Band setzte sich gegen harte Konkurrenz wie Peaches, Tanya Tagaq und Charlotte Cornfield durch – ihr Sieg fühlt sich wie der perfekte Vibe aus kritischem Lob und dem massiven internationalen Hype an, den sie im letzten Jahr aufgebaut haben.
Warum das wichtig ist
Der Polaris Music Prize ist dafür bekannt, künstlerischen Wert über Streaming-Zahlen oder Social-Media-Clout zu stellen. Mit ihrem Sieg beweisen Angine de Poitrine, dass komplexe, experimentelle Musik auch heute noch krassen kommerziellen Erfolg und Anerkennung in der Industrie finden kann – was dem Polaris Prize hilft, noch mehr in den globalen Fokus zu rücken.






