Der Vibe-Check

Zach Bryan hat am Freitagabend im Gillette Stadium absolute Main-Character-Energy bewiesen. Während der ersten von zwei Shows seiner 'With Heaven On Tour' in Foxborough, Massachusetts, betrat der Grammy-Gewinner die Bühne in einem schwarzen T-Shirt, auf dem deutlich 'Free Palestine' zu lesen war. Und es blieb nicht bei ihm – laut Berichten und Fan-Aufnahmen, die in den sozialen Medien kursieren, trug die gesamte Band die passenden Shirts.

Warum das für Gesprächsstoff sorgt

Das war keine x-beliebige Location. Das Gillette Stadium ist die Heimat der New England Patriots und gehört der Kraft Group unter der Führung von Robert Kraft. Wer die News verfolgt, weiß: Kraft spielte eine entscheidende Rolle bei dem Drama, das dazu führte, dass Macklemore von Ed Sheerans Tour gestrichen wurde.

Nachdem Macklemore im September bei seinen Shows den Track 'Hind’s Hall' performte und sich für Palästina aussprach, drohten Stadionbetreiber – darunter auch Kraft –, den Stecker für die Tour zu ziehen, sollte Macklemore dabei bleiben. Kraft bestätigte später seine Beteiligung und erklärte, er fühle sich verpflichtet, gegen das vorzugehen, was er als Antisemitismus bezeichnete, auch wenn er das Leid der Palästinenser anerkannte. Macklemore hat sich seitdem offen über die finanziellen Einbußen durch sein Engagement geäußert, obwohl seine Solo-Tour 'Free Palestine' durch Europa sofort ausverkauft war.

Gibt es einen zweiten Teil?

Zach Bryan äußerte sich von der Bühne aus nicht zu seinem Shirt, aber die Entscheidung, es ausgerechnet in einem Stadion zu tragen, das Kraft gehört, ist safe kein Zufall. Bryan scheut den Konflikt nicht: Bereits im Oktober 2025 sorgte sein Song 'Bad News' für Wirbel beim Weißen Haus und dem Department of Homeland Security wegen seiner Anspielungen auf Razzien der Einwanderungsbehörde ICE. Bryan konterte damals und forderte seine Fans auf, sich nicht durch Narrative spalten zu lassen.

Bryan spielt am Samstag (3. Okt.) seinen zweiten Gig im Gillette Stadium – das Internet wartet gespannt darauf, ob das Shirt ein Comeback feiert. Bisher hat sich das Team von Kraft noch nicht dazu geäußert.

Warum das wichtig ist

Dieser Vorfall zeigt, wie Künstler ihre massive Reichweite immer öfter nutzen, um klare politische Statements zu setzen, selbst wenn sie damit in direkten Konflikt mit mächtigen Leuten aus der Industrie geraten. Für viele in der Musikbranche ist der Status quo lowkey einfach nicht mehr tragbar, und sie nehmen die Konsequenzen in Kauf, um zu ihren Überzeugungen zu stehen.