Wenn du deine XRP-Taschen seit dem Hype-Zyklus 2017 hältst, mal ganz ehrlich: Die Vibes sind gerade echt mau. Während Bitcoin und andere große Player ihre vorherigen Allzeithochs längst hinter sich gelassen haben, kämpft XRP weiterhin damit, Schwung aufzunehmen. Aktuell tradet XRP bei etwa 1,33 Dollar, was rund 62,5 % unter dem Hoch von Anfang 2018 bei 3,55 Dollar liegt. ## Warum hinkt XRP hinterher? Das Hauptproblem ist einfache Mathe: das Angebot. Laut Nicolai Sondergaard, Senior Research Analyst bei Nansen, ist die im Umlauf befindliche Menge an XRP seit 2017 um 63 % in die Höhe geschossen – von 38,7 Milliarden auf 63,1 Milliarden Token. Auch wenn sich der Gesamtwert des Assets kaum verändert hat, gibt es schlichtweg viel mehr Token, was den Preis pro Coin verwässert. Oliver Carding, Head of Marketing bei der Tesseract Group, merkt an, dass die Performance etwas besser aussieht, wenn man die gesamte Marktkapitalisierung betrachtet statt nur den einzelnen Token-Preis – aber den 'Moon' hat man damit trotzdem nicht erreicht. Dann ist da noch die institutionelle Seite. Während Bitcoin- und Ether-ETFs Milliarden anziehen, performen XRP-Fonds eher lowkey. Daten von SoSoValue zeigen, dass XRP-Fonds seit ihrem Start vor fast einem Jahr nur 1,8 Milliarden Dollar einsammeln konnten. Auch die Handelsaktivität ist deutlich zurückgegangen, wobei Spot- und Futures-Volumina Federn lassen mussten. ## Der Ripple-Effekt Ripple, die Firma hinter dem Token, arbeitet zwar fleißig an grenzüberschreitender Zahlungsinfrastruktur und Produkten wie RLUSD, hat aber das explosive Wachstum in Bereichen wie DeFi, KI und Memecoins verpasst. Paul Howard, Senior Director bei Wincent, weist darauf hin, dass Ripple sich auf die Utility des Ledgers konzentriert hat, während andere neuen Narrativen hinterherjagten. Nicht zuletzt dürfen wir das juristische Drama nicht vergessen. Der langwierige Rechtsstreit mit der SEC – der 2020 begann und im August 2025 endgültig abgeschlossen wurde – hat Investoren über Jahre hinweg verunsichert. Diese Ungewissheit führte dazu, dass große Börsen wie Coinbase den Handel pausierten, was dem XRP-Kurs während des Bullenmarktes 2021 definitiv nicht geholfen hat. ## Warum das wichtig ist Carding beobachtet nun das Verhältnis von XRP zu Bitcoin, um zu sehen, ob die Nachfrage tatsächlich austrocknet. Wenn sich die Angebotsausweitung verlangsamt, der Preis aber trotzdem hinter Bitcoin zurückbleibt, ist das ein Zeichen dafür, dass der Markt XRP nicht mehr so feiert wie früher. Denk dran: Das hier ist nur eine Marktanalyse – keine Finanzberatung. Informier dich immer selbst, bevor du in eine Position rein-apest.