Die Psychospielchen

Bevor Wang Cong den Käfig betritt, verwandelt sie sich komplett. Mit grün gefärbten Haaren, weißer Schminke und einem aufgemalten, blutroten Grinsen sieht sie nicht nur aus wie der Joker – sie verkörpert ihn. Auch wenn Fans sofort an Gothams chaotischsten Bösewicht denken, stellt die 34-Jährige klar, dass ihre Persona eigentlich von der originalen Joker-Spielkarte inspiriert ist, die die „mächtigste Karte“ im Deck repräsentiert. Sie sagt, das Make-up mache sie „verrückt“ und sie könne die Angst ihrer Gegnerinnen körperlich spüren, noch bevor die Glocke überhaupt läutet.

Der Weg zum Titel

Diesem Samstag stellt sich Cong bei UFC 332 in Salt Lake City einer riesigen Herausforderung gegen die 29-jährige Natalia Silva. Silva ist aktuell auf einer krassen Serie von 14 Siegen und die klare Favoritin auf den vakanten Fliegengewicht-Titel, nachdem Valentina Shevchenko verletzungsbedingt zurücktreten musste. Während einige Fans in den sozialen Medien hinterfragen, warum die an Nummer sechs gesetzte Cong den Main-Event-Spot vor größeren Namen wie Alex Pereira oder Jiri Prochazka bekommen hat, bleibt Cong entspannt: „Die Mädels, die vor mir gerankt sind, haben entweder einen Kampf gebucht oder gerade erst gekämpft.“

Warum das wichtig ist

Es ist echte Main-Character-Energy: Cong will nach Zhang Weili erst die zweite chinesische Kämpferin in der Geschichte werden, die einen UFC-Titel hält. Egal was die Kritiker sagen, die sie für einen Underdog halten – sie ist voll fokussiert. Auf die Frage nach ihren Zweiflern antwortete sie eiskalt: „Ich habe dazu aktuell nichts zu sagen. Nach meinem Kampf werden sie wohl sowieso den Mund halten.“