Der Vibe Check
Netflix ist wieder mit einem neuen True-Crime-Projekt am Start, aber diesmal sind die Vibes komplett off. Das neue Drama Unabomber versucht uns die Origin-Story von Ted Kaczynski zu zeigen, aber es fühlt sich an wie eine unnötige Filler-Episode. Unter der Regie von Janus Metz versucht der Film zwei Zeitebenen zu verweben: die FBI-Ermittlungen in den 90ern und Kaczynskis prägendes erstes Jahr in Harvard. Spoiler: Das passt vorne und hinten nicht zusammen.
Der Cast
Jacob Tremblay, bekannt aus Raum und Wunder, schlüpft in die Rolle des jungen Kaczynski. Er spielt ihn als brillanten, aber sozial unbeholfenen Hochbegabten, der in ein absolut krasses psychologisches Experiment des Harvard-Professors Henry Murray – gespielt von Russell Crowe – gerät. Während Crowe mit Abstand das Beste an diesem Film ist, ist das Drehbuch von Sam Chalsen und Nelson Greaves ziemlich mid. Es stellt Murray als das geheime Mastermind hinter Kaczynskis späterem Abgleiten in den inländischen Terrorismus dar, auch wenn die Beweise für diese Theorie eher an den Haaren herbeigezogen wirken.
Die 90er-Jahre-Handlung ist derweil ein absolutes Schlafmittel. Wir haben Shailene Woodley als fiktive FBI-Agentin Joanne Miller, die sich mit den klassischen Klischees von Sexismus am Arbeitsplatz und einem skeptischen Partner, Leo (Alexander Ludwig), herumschlagen muss. Es soll ein High-Stakes-Thriller sein, aber es fühlt sich an, als hätten wir diesen Standard-Krimi schon eine Million Mal gesehen.
Warum das wichtig ist
Am Ende des Tages versucht Unabomber viel zu sehr, Kaczynski zu psychologisieren, ohne dabei irgendwas Neues auf den Tisch zu bringen. Der Film überspielt die Komplexität des Falls zugunsten einer glatten 'True-Crime'-Ästhetik, die einfach nicht zündet. Wenn du nach einem Deep Dive suchst, ist das hier definitiv nichts – es ist größtenteils nur ein Aufwärmen von Dingen, die wir eh schon wussten.




