Wer in letzter Zeit den britischen Immobilienmarkt beobachtet hat, weiß: Die Vibes stimmen gerade absolut nicht. Das jährliche Wachstum der Immobilienpreise im UK hat letzten Monat einen herben Dämpfer erhalten und sich im Vergleich zu den 1,6 % im August auf 0,8 % halbiert. Laut Nationwide liegt der durchschnittliche Hauspreis aktuell bei 274.251 £, wobei die Preise im September sogar um 0,2 % gegenüber dem Vormonat gesunken sind. ## Der Grund für die Flaute Klartext: Der Wohnungsmarkt bekommt den Druck durch das globale Chaos voll zu spüren. Der Konflikt unter Beteiligung der USA, Israels und des Irans beeinträchtigt die Energieversorgung am Golf, treibt die Kosten in die Höhe und schürt massive Inflationsängste. Diese energiebedingte Inflation setzt den Zinsen zu und macht Hypotheken richtig teuer. Der durchschnittliche Zinssatz für eine zweijährige Festzins-Hypothek ist jetzt auf dem höchsten Stand seit Juli 2024; sowohl die zweijährigen als auch die fünfjährigen Sätze liegen über 5,9 %. Erschwerend kommt hinzu, dass die Bank of England unter genauer Beobachtung steht. Investoren wetten darauf, dass die Bank die Zinsen am 5. November mit einer Wahrscheinlichkeit von 92 % von 3,75 % auf 4 % anheben wird. Mit Prognosen, dass der Leitzins bis Ende 2027 bei 4,75 % liegen könnte, spielt die Bank ein hochriskantes Spiel, um die Inflation wieder auf das 2-Prozent-Ziel zu drücken. ## Gibt es Hoffnung für Käufer? Es ist nicht alles düster. Robert Gardner, Chefökonom bei Nationwide, merkte an, dass sich die Erschwinglichkeit langsam verbessert, da das Lohnwachstum die Immobilienpreisanstiege übersteigt. Zudem startet die Regierung in England bald das Programm „Your First Home“. Es ist für alle gedacht, die nicht auf das „Bank of Mum and Dad“-Backup zählen können. Der Plan bietet ein staatlich garantiertes Eigenkapitaldarlehen von 20 %, was bedeutet, dass Käufer nur noch eine Anzahlung von 2,5 % leisten müssen. Das gibt Erstkäufern einen dringend benötigten Rettungsanker und hat die Aktienkurse von Bauunternehmen wie Persimmon und Taylor Wimpey bereits in die Höhe schnellen lassen. ## Warum das wichtig ist Ob sich dieser Markt erholt, hängt komplett davon ab, wann der Energieschock abebbt und das Vertrauen zurückkehrt. Bis sich die Marktzinsen stabilisieren und das geopolitische Drama abkühlt, bleibt der Traum vom Eigenheim für viele ein harter Struggle.