Ein krasser Pivot

Real talk: Die Story um Shimon Hayut, besser bekannt als der "Tinder Swindler", wird immer wilder. Nachdem er jahrelang Frauen mit Romance-Scams um hunderttausende Dollar erleichtert hat, behauptet der 36-Jährige jetzt, er wolle Dating sicherer machen. Aktuell bastelt er an einer neuen Plattform namens Safe Love – und lowkey meint er es ernst.

Hayut, der in Israel und Finnland wegen Betrugs, Diebstahls und Urkundenfälschung verurteilt wurde, saß zwischen 2011 und 2020 mehrfach hinter Gittern. Jetzt, da er wieder draußen ist, will er seine Erfahrung für etwas anderes nutzen. Er vergleicht sich sogar mit Frank Abagnale Jr., dem Betrüger aus Catch Me If You Can, der später Experte für Betrugsprävention wurde. "Die Idee kam mir, weil ich der Tinder Swindler bin", sagt Hayut. "Sie sagen, ich hätte das Dating-Umfeld unsicher gemacht. Also dachte ich mir: Alles klar, dann machen wir es eben sicher."

So soll die App funktionieren

Hayut behauptet, seine App werde super strenge Regeln haben, um Catfishing zu verhindern. Er plant eine Verifizierung via amtlichem Ausweis und Selfie – wer nicht zu mindestens 85 Prozent mit dem Foto übereinstimmt, fliegt raus. Außerdem soll die App einen SOS-Button bekommen, der bei Aktivierung Audio und Video aufzeichnet und den Standort des Nutzers direkt an die Polizei sendet.

Der Backlash

Nicht jeder feiert die Idee. Die Online Dating and Discovery Association (ODDA) wehrt sich highkey dagegen und hat Briefe an Apple und Google geschickt, um ein Verbot im App Store zu fordern. Sie finden es absolut unverantwortlich, einen verurteilten Betrüger, der emotionale Schwachstellen ausgenutzt hat, eine Plattform aufbauen zu lassen, die auf Vertrauen basiert. Hayut bleibt jedoch unbeeindruckt: "Sie werden das nicht schaffen und sie werden keinen Erfolg haben", sagt er. Er weiß, dass er unter genauer Beobachtung steht – wenn es einen Bug in seiner App gibt, weiß er, dass er als Erster zur Rechenschaft gezogen wird. "Wenn etwas schiefgeht, kann ich nicht einfach sagen: 'Ups, da ist ein Fehler im System.' Automatisch werde ich als schuldig gelten."

Warum das wichtig ist

Egal, ob man an seine Läuterung glaubt oder vermutet, dass er nur den nächsten Coup plant – die Kontroverse zeigt, wie groß die Sicherheitslücken in modernen Dating-Apps sind. Die Tech-Welt muss sich jetzt mit der Frage auseinandersetzen, wer die Tools bauen darf, die wir nutzen, um die Liebe zu finden.