Der Semi ist endlich da
Nachdem er 2017 erstmals auf einer Bühne präsentiert wurde, ist der Tesla Semi offiziell in die Massenproduktion gestartet. Tesla feierte den Launch mit einem exklusiven Event in ihrer Fabrik in Sparks, Nevada. Elon Musk fehlte zwar, da er bei einem Dinner im Weißen Haus mit Präsident Xi Jinping war, aber in einem vorab aufgezeichneten Video bezeichnete er das Fahrzeug als einen „Truck für den Fahrer“, der sich wie ein Sportwagen fährt.
Die Specs und der Struggle
Tesla bestätigte, dass die Long-Range-Version des Semi 500 Meilen (ca. 800 km) pro Ladung schafft, das Standardmodell liegt bei 325 Meilen. Zum Vergleich: Diese 500 Meilen decken den Tagesdurchschnitt der meisten Fernfahrer in den USA ab.
Die Stimmung beim Laden ist allerdings eher schwierig. Elektrische Sattelschlepper brauchen riesige, spezialisierte Megawatt-Ladestationen, um schnell wieder voll zu sein – und aktuell gibt es im Raum LA nur zwei öffentliche davon. Dan Priestley, der Tesla-Lead für den Semi, kündigt an, bis Jahresende 30 dieser Charger auszurollen.
Warum das wichtig ist
E-Trucks sind in der Anschaffung aktuell zwei- bis dreimal teurer als herkömmliche Diesel-Lkw. Zudem hat die aktuelle Regierung Milliarden an Unterstützung für E-Mobilität gestrichen und lockert die Kraftstoffverbrauchsstandards, was es für grüne Alternativen schwerer macht, sich durchzusetzen.
Dennoch ist es ein Riesen-W für die Logistikbranche: Microsoft und PepsiCo haben gerade einen Großauftrag über 2.500 Trucks angeführt. Da die globalen Ölmärkte wegen des Iran-Krieges im Chaos versinken, erreichen die Dieselpreise Rekordhöhen. Wenn dieser Flotten-Rollout glückt, könnte sich die Anzahl der schweren E-Trucks auf amerikanischen Straßen verdoppeln. Das beweist, dass sich der wirtschaftliche Umstieg auf Elektroantrieb endlich gegen das Infrastruktur-Problem durchsetzen könnte. Erwartet aber nicht zu früh „Full Self-Driving“ für diese Trucks – das ist noch in Arbeit.






