The Big Picture

Hast du auch das Gefühl, dass das System komplett am Ende ist? Damit bist du nicht allein. Wie England mit der Sozialpflege umgeht – also der Hilfe, die Menschen ein selbstbestimmtes Altern ermöglicht – ist aktuell echt ein Desaster. Anders als beim NHS, der für alle kostenlos zugänglich ist, kommen bei der Sozialpflege oft heftige, unerwartete Rechnungen auf Familien zu.

Premierminister Andy Burnham träumt von einem Sozialpflegesystem „nach NHS-Vorbild“, bei dem jeder abgesichert ist und am Ende alles kostenlos ist. Aber mal ehrlich: Experten sagen, die Vibes sind eher mies, wenn es darum geht, wie schnell das wirklich passieren kann.

Der Realitätscheck

Sir Andrew Dilnot, ein Ökonom, der schon vor 15 Jahren eine große Kommission zu dem Thema geleitet hat, hat jetzt mal ein paar harte Fakten gedroppt. Er glaubt, dass die Einführung eines komplett kostenlosen Systems „viele Jahrzehnte“ dauern könnte.

Warum? Wegen der Kohle. Die Health Foundation schätzt, dass ein universelles System etwa 18,5 Milliarden Pfund pro Jahr kosten könnte, und Dilnot meint sogar, es könnte noch teurer werden. Wenn er auf die Finanzierung angesprochen wird, bleibt Burnham ziemlich vage. Er schließt Steuererhöhungen nicht explizit aus, verspricht aber gleichzeitig, die Wahlversprechen einzuhalten, die Einkommenssteuer, Mehrwertsteuer und Sozialabgaben nicht anzutasten.

Währenddessen bringen einige die Idee ins Spiel, die Renten-Garantie („Triple Lock“) zu streichen, um die Kosten zu decken. Aber auch das ist ein politisches Versprechen, das in der britischen Politik als unantastbar gilt.

Warum das wichtig ist

Das hatten wir alles schon mal. Verschiedene Regierungschefs haben über Jahrzehnte versucht, die Sozialpflege zu fixen, nur damit die Pläne wegen der Kosten oder des öffentlichen Drucks wieder eingestampft wurden. Ob man es nun „Demenz-Steuer“ oder „Todes-Steuer“ nennt – die politischen Stakes sind absolut riesig. Wenn Burnham das durchziehen will, ohne die nächste Niederlage einzustecken, steht ihm ein langer, teurer und komplizierter Weg bevor – einer, dessen Ergebnis die meisten von uns wohl erst in ferner Zukunft sehen werden.