Mal ehrlich, Wikipedia ist die ultimative Anlaufstelle für alles, was man kurz checken will – aber die Komikerin Sandi Toksvig findet die Plattform lowkey problematisch. Auf dem Cheltenham Literature Festival argumentierte Toksvig, dass die Seite stark verzerrt ist, weil sie hauptsächlich von „meist weißen, mittelalten, europäischen Männern kuratiert wird, die sowohl die Zeit als auch die Technologie dafür haben.“## Die Gender-Gap-Problematik

Die Statistiken geben ihr tatsächlich recht. Laut Daten der Wikimedia Foundation behandeln nur 19 % der Wikipedia-Biografien Frauen. Toksvig hob den wilden Fall der kanadischen Physikerin Donna Strickland hervor, deren Seiten-Entwürfe immer wieder abgelehnt wurden, bis sie schließlich einen Nobelpreis gewann. Das ist massives Gatekeeping, no cap.

Es geht dabei nicht nur um das Geschlecht. Untersuchungen des Oxford Internet Institute zeigten bereits 2013, dass die Seite mehr Inhalte über Deutschland enthielt als über die gesamten Kontinente Afrika und Südamerika zusammen. Die Vibes bei der globalen Repräsentation sind also definitiv off.

Enter Mappa Mundi

Toksvig lässt es nicht beim Meckern; sie baut eine Lösung. In Zusammenarbeit mit der University of Cambridge entwickelt sie das Projekt Mappa Mundi. Das Ziel? Einen interaktiven digitalen Atlas zu schaffen, der all dem Wissen endlich ein Zuhause gibt, das aktuell ignoriert oder gelöscht wird.

Der Elon-Musk-Faktor

Natürlich gab es schon andere Kritiker – allen voran Elon Musk, der Wikipedia als „Wokepedia“ bezeichnete. Er versuchte, eine eigene KI-gestützte Version namens Grokipedia zu starten, aber dieses Experiment ging schnell daneben. Ein Paper von 2025 ergab, dass Grokipedia 13-mal häufiger auf Quellen von schwarzen Listen verwies, darunter 42 Zitate der Neonazi-Seite Stormfront. Ja, das ist ein hartes Nein.

Warum das wichtig ist

Wikipedia ist das größte Wissenszentrum der Welt, aber wenn ein riesiger Teil der Menschheitsgeschichte – speziell über Frauen – durch einen Mangel an Diversität unter den Editoren gefiltert wird, ist die „Wahrheit“, die wir online konsumieren, grundlegend unvollständig. Mappa Mundi ist ein ernsthafter Versuch, diese Verzerrung endgültig zu beheben.