Was ist da los?

Die Vibes in Sibirien sind gerade absolut off. Etwa 200 Personen stehen aktuell unter medizinischer Beobachtung, mehrere Krankenhäuser sind in Quarantäne und Dutzende Menschen wurden isoliert – alles nach dem plötzlichen Tod von Darya Shipilova, einer Forscherin für Infektionskrankheiten am Anti-Pest-Forschungsinstitut Irkutsk.

Die Lage spitzt sich zu

Shipilova starb zwischen dem 1. und 2. Oktober, nachdem sie wegen einer schweren Lungenentzündung eingeliefert wurde. Während offizielle Berichte zur Todesursache schwammig bleiben, brodelt die Gerüchteküche. Einige unbestätigte Berichte behaupten, sie habe am 25. September versehentlich ein Reagenzglas mit Yersinia pestis zerbrochen – dem Bakterium, das die Pest auslöst.

Der regionale Beamte Alexey Tsydenov behauptete anfangs, sie sei an der Pest gestorben, ruderte dann aber zurück und sprach von einer „möglichen“ Ursache. Währenddessen betreibt die russische Gesundheitsbehörde Rospotrebnadzor massives Damage Control: Sie besteht darauf, dass die „epidemiologische Lage“ stabil sei und keine Pest-Erreger in ihren Proben gefunden wurden. Dennoch machte die Leiterin der Behörde, Anna Popova, einen lowkey verdächtigen Besuch in der Region, und der regionale Gouverneur Igor Kobzev sprach offen von einem „Verdachtsfall einer besonders gefährlichen Infektion“.

Warum das wichtig ist

Real talk: Die Pest (Yersinia pestis) ist bei frühzeitiger Behandlung mit Antibiotika meist heilbar, aber die Lungenpest kann aggressiv und tödlich verlaufen. Auch wenn sie nicht als hochgradig infektiös gilt – meist ist enger Kontakt nötig, damit sie sich verbreitet –, geht die internationale Gemeinschaft kein Risiko ein. Das US-Außenministerium und das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten beobachten die Lage genau, und Kirgisistan hat sogar angefangen, seine Grenzen zu kontrollieren. Es gibt leichte Pandemic-Anxiety, aber solange keine Fakten auf dem Tisch liegen, sollte man bei der Gerüchteküche skeptisch bleiben.