Die Situation

Real talk: Wenn du sexuelle Gewalt durch Bildverbreitung – früher als „Revenge Porn“ bekannt – bei der Polizei meldest, sind die Chancen, dass die verantwortliche Person wirklich angeklagt wird, extrem niedrig. Neue Untersuchungen zeigen, dass Polizeibehörden in England und Wales im letzten Jahr im Schnitt eine Anklagequote von nur 4,5 % hatten. In manchen Gebieten lag diese Zahl sogar unter 1 %. Das System versagt hier völlig, und Anwälte haben jetzt offiziell genug davon.

Wie es dazu kam

Zwischen 2015 und 2025 sind die Anfragen bei der „Revenge Porn Helpline“ um über 4.000 % explodiert. Obwohl das Thema in der Vergangenheit als „nationaler Notfall“ bezeichnet wurde, hat sich die polizeiliche Reaktion in keiner Weise verbessert. Anwälte von Leigh Day und dem Centre for Women’s Justice haben nun gemeinsam mit #NotYourPorn eine „Super-Beschwerde“ eingereicht – ein spezieller Mechanismus, um systemische Probleme aufzudecken, die der Öffentlichkeit schaden. Sie argumentieren, dass das aktuelle Vorgehen lückenhaft und im Grunde zahnlos ist.

Die Stimmung ist mies

Es geht nicht nur um die niedrigen Anklagequoten, sondern auch darum, wie Überlebende behandelt werden, wenn sie diese Verbrechen melden. Der Bericht hebt Geschichten hervor, in denen Polizisten abweisend reagierten, teilweise sogar am Telefon kicherten oder Sprüche wie „Jungs bleiben Jungs“ brachten. Viele Betroffene gaben an, sie mussten die Detektivarbeit selbst erledigen, Beweise sammeln und sich durch komplizierte Löschprozesse im Internet kämpfen, während sie gleichzeitig mit dem Trauma klarkamen. Da 98,9 % der Opfer Frauen und Mädchen sind und KI die Erstellung von Deepfake-Missbrauch immer einfacher macht, wird die Situation nur noch komplexer.

Warum das wichtig ist

Wenn das System diese Verbrechen nicht ernst nimmt, fühlen sich die Opfer machtlos und alleingelassen. Das College of Policing und das Independent Office for Police Conduct müssen nun entscheiden, ob sie eine umfassende Untersuchung dieser Praktiken einleiten. Ohne eine massive Reform der Ausbildung und eine klare nationale Strategie sagen Experten, dass Betroffene weiterhin genau von den Menschen im Stich gelassen werden, die sie eigentlich schützen sollten.