Die Szene am Pall Mall

Schach im Zentrum von London hat am vergangenen Wochenende ein ordentliches Upgrade durch die ersten Army and Navy Club Pall Mall Masters erfahren. Das von Chess England gesponserte Event brachte Elite-Speed-Chess mitten ins Herz der Club-Szene und sorgte für frischen Wind im lokalen Turnier-Geschehen. Es war ein krasser Test für die UK-Spieler, die gegen die harte internationale Konkurrenz antreten mussten.

Die Ergebnisse stehen fest

Es war ein riesiger Erfolg für die Gäste. GM Jules Moussard aus Frankreich hat komplett abgeliefert und holte sich den Super-Rapid-Titel mit 7,5/10 Punkten, dazu noch einen Sieg im Blitz mit 7/10. GM Gawain Jones hielt für UK dagegen und sicherte sich einen starken zweiten Platz im Super-Rapid.

Der US-GM Praveen Balakrishnan hat derweil im Challengers-Bracket ordentlich abgeräumt: Er teilte sich den ersten Platz im Rapid und gewann das Blitz-Turnier direkt. Das war echte Main-Character-Energie für die internationale Riege, besonders da einige lokale Spieler wie GM Luke McShane nach der Rückkehr von der Olympiade in Samarkand etwas ausgebrannt wirkten.

Ein neues Format für den Win

Die Turnier-Organisatoren haben mal etwas Neues probiert und Rapid- und Blitz-Events an einem einzigen Wochenende bei zivilen Zeiten von 10 bis 19 Uhr durchgezogen. Mal ehrlich: Das könnte das Mittel gegen Burnout bei Turnieren sein. Spieler steigen sonst oft vorzeitig aus, wenn sie keine Chance mehr haben, aber diese Struktur hält den Flow einfach aufrecht.

Was kommt als Nächstes?

Der Fokus liegt jetzt auf den English Championships in Peterborough, die vom 24. Oktober bis zum 1. November stattfinden. Mit einem Preisgeld von 20.000 £ wird es ein Battle zwischen GM Jones und dem neunfachen britischen Meister GM Michael Adams. Behaltet außerdem das 11-jährige Wunderkind Bodhana Sivanandan im Auge, die bei den kommenden UK Blitz Championships ihren Titel verteidigen will, nachdem sie ihre Qualifikation in Belfast gerockt hat.

Warum das wichtig ist

Dieses Event hat bewiesen, dass ein schnelleres, kompakteres Turnierformat bei Schachfans richtig gut ankommt und möglicherweise das Problem der Abbrüche bei längeren Events löst. Mit einem noch größeren Preispool bei den anstehenden English Championships heizt sich die lokale Szene gerade massiv auf.