Das ultimative Crossover

Über die Silicon-Valley-Betrügerin Elizabeth Holmes gab es schon unzählige Dokus, aber das kommende 'You Can See Everything' ist anders. Warum? Weil Nathan Fielder Regie führt – der Kult-Comedian, der in der Welt des Surrealen lebt. Nachdem Gerüchte aufkamen, dass Fielder Holmes im Gefängnis besucht hat, ist das Internet lowkey durchgedreht. Das ist nicht einfach nur ein weiteres Bio-Doc; es ist das Aufeinandertreffen zweier Profi-Gaslighter.

Der Architekt des Chaos

Falls du 'Nathan for You' oder 'The Rehearsal' noch nicht gebinged hast, wird es Zeit. Fielder hat diese 'Problemlöser'-Persona, die im Grunde ein Ingenieurshirn auf Abwegen ist. Er nimmt simple Probleme – wie hohe Versandkosten oder schleppende Geschäfte – und löst sie mit den kompliziertesten, durch Schlupflöcher strotzenden Plänen, die man sich vorstellen kann. Erinnerst du dich an 'Dumb Starbucks' oder den Hoax mit dem Schwein, das eine Ziege rettet? Das war er. Er behandelt soziale Normen wie optionale Software-Updates und ignoriert sie entsprechend.

Warum das wichtig ist

Der Akademiker Andrew Bricker beschreibt Fielder als einen Typen, der an der 'Grenze zwischen Persona und Person' lebt, was es unmöglich macht zu sagen, wo der Witz endet und die Realität beginnt. Holmes, die ein 9-Milliarden-Dollar-Imperium auf einer Lüge aufgebaut hat, ist der perfekte Endgegner für diese Methode. Fielders typisches, stoisches Schweigen und sein unangenehmer Blickkontakt sind darauf ausgelegt, Leute dazu zu bringen, die Wahrheit auszuplaudern. Ihm dabei zuzusehen, wie er versucht, Holmes' Reality-Distortion-Field zu knacken, ist quasi 'Bizarro-Land Frost/Nixon'.

Einige Kritiker fragen sich, ob Fielder zu weit geht, besonders wenn er echte Menschen miteinbezieht, aber die Faszination ist nicht zu leugnen. Nutzt er Leute aus oder spiegelt er uns nur unsere eigene dysfunktionale Welt wider? Real talk: Das ist psychologische Kriegsführung auf höchstem Niveau.