Die Situation

Die Stimmung in Kairo ist gerade extrem angespannt. Journalisten organisieren für dieses Wochenende einen Protest, um sich gegen die kürzliche Festnahme von sechs ihrer Kollegen zu wehren. Bei den Betroffenen – Abdallah Qadri, Mohamed Ashraf Abu Emeira, Mohamed Adel, Islam Barakat, Mohamed Mahmoud und Omar Helal – handelt es sich um Mitarbeiter von Matsadaash, einer unabhängigen Faktencheck- und Recherche-Plattform.

Die Folgen

Die ägyptischen Behörden griffen die sechs Männer von zu Hause und von der Straße weg mit Zivilpolizisten auf. Die Regierung beschuldigt sie, ohne Lizenz zu arbeiten und Propaganda für die Muslimbruderschaft zu verbreiten. Real Talk: Die Lage der Inhaftierten klingt brutal. Sie haben ihren Anwälten berichtet, dass sie tagelang verbunden, gefesselt und geschlagen wurden. Einige geben an, dass sie mit Stromschlägen gefoltert und ihre Familien bedroht wurden. Lobna Darwish vom ägyptischen Journalistenverband merkte an, dass die Journalisten gezwungen wurden, „Geständnisse“ von Skripten abzulesen, während professionelle Kamerateams mehrere Takes drehten.

Die Reaktion des Staates

Das Innenministerium lässt das nicht gelten. Sie haben die Foltervorwürfe als „grundlos“ abgetan und als Strategie bezeichnet, um den Anschuldigungen zu entgehen, wobei sie die Gruppe schlicht als „Elemente der Muslimbruderschaft“ brandmarkten. Die Staatsanwaltschaft behauptet zudem, forensische Untersuchungen bei drei der Journalisten hätten keine Anzeichen von Gewalt gezeigt.

Unterdessen wurde die Journalistin Rasha Azab gegen Kaution freigelassen, nachdem sie zu einem Social-Media-Post befragt wurde, in dem sie das Innenministerium kritisierte. Das wirkt wie ein massives Vorgehen gegen unabhängige Medien.

Warum das wichtig ist

Journalisten in Ägypten sehen darin einen kritischen Wendepunkt für ihren Berufsstand. Da die Branche ohnehin schon mit schlechter Bezahlung und Instabilität zu kämpfen hat, wird diese Eskalation als direkte Bedrohung für das gesehen, was vom unabhängigen Journalismus im Land noch übrig ist.