Die großen Bankgiganten haben ihre Q3-Zahlen vorgelegt und die Ergebnisse liefern definitiv 'mixed vibes'. Während die meisten an der Wall Street eine entspannte Fahrt erwartet haben, zeigt sich, dass einige Schwergewichte Probleme haben, die Prognosen einzuhalten.

Der Rückschlag bei JPMorgan

JPMorgan, die nach Marktkapitalisierung größte Bank der Welt, hat dieses Mal ein L kassiert. Sie meldeten einen Gewinn pro Aktie (EPS) von 5,57 Dollar und verfehlten damit das Ziel von 5,90 Dollar. Auch ihr Umsatz von 50,91 Milliarden Dollar lag unter der Erwartung von 51,22 Milliarden Dollar. Der Hauptgrund? Das Handelsgeschäft mit festverzinslichen Wertpapieren blieb um rund 550 Millionen Dollar hinter den Zielen zurück und die Ausgaben lagen etwa 90 Millionen Dollar über den Prognosen. Real talk: Wenn die Kosten um 12 % steigen, während der Umsatz nur um 8 % wächst, ist das ein krasses Warnsignal für Investoren.

Der Win von Goldman Sachs

Auf der anderen Seite hat Goldman Sachs komplett abgeliefert. Mit einem Nettoumsatz von 18,68 Milliarden Dollar haben sie die Schätzungen um fast 2 Milliarden Dollar übertroffen. Das Geheimrezept war ihre Equities-Trading-Sparte, deren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 72 % auf 6,44 Milliarden Dollar explodierte – damit wurden die Erwartungen um über 1,4 Milliarden Dollar geschlagen.

Auch Citigroup konnte einen W einfahren und sowohl beim Gewinn pro Aktie als auch beim Umsatz die Prognosen toppen. Wells Fargo lieferte eine eher durchschnittliche Performance ab: Sie übertrafen die EPS-Erwartungen nur knapp, verfehlten aber das Ziel beim Gesamtumsatz.

Warum das wichtig ist

JPMorgan-CEO Jamie Dimon bleibt vorsichtig und warnt: Sollte die Fed die Zinsen erneut anheben – was Trader für Dezember für wahrscheinlich halten –, wird der finanzielle Druck für normale Amerikaner noch heftiger. Da morgen Bank of America und Morgan Stanley ihre Zahlen vorlegen, stellt sich der Markt auf weitere Einblicke ein, in welche Richtung sich die Wirtschaft entwickelt.