Der 500-Stunden-Grind

Nach zehn Jahren Entwicklungszeit droppt Jonathan Blow diesen Donnerstag endlich The Order of the Sinking Star. Wer seine genreprägenden Hits Braid (2008) oder The Witness (2016) gefeiert hat, kennt den Vibe: Blow macht keine halben Sachen. Dieses neue Projekt enthält rund 1.500 Puzzles, für die man locker 500 Stunden brauchen könnte. Real talk: Die meisten werden es nicht durchspielen, aber für Blow ist das nicht der Punkt.

Business vs. Design

Blow ist lowkey dafür bekannt, "schlechte Business-Entscheidungen" zu treffen, weil er das Design über alles stellt. Anstatt den einfachen Weg zu gehen, hat er eine eigene Game-Engine und seine eigene Programmiersprache, Jai, von Grund auf neu entwickelt. Während die meisten Devs auf vorgefertigte Engines wie Unity oder Unreal setzen, um Zeit zu sparen, wollte Blow seine Tech "sehr spezifisch getuned und geschrieben" für seine Vision haben. Er gibt zu, dass das letzte Jahrzehnt im "Nightmare-Modus" stattfand, aber er plant schon, sein nächstes Projekt ein bisschen weniger intensiv anzugehen.

Die Haltung zu KI

Während die Branche aktuell völlig auf KI-Integration abfährt, bleibt Blow streng analog. Er hat bei diesem Projekt kein einziges Mal KI eingesetzt. Er ist skeptisch gegenüber den Produktivitätsversprechen vieler Entwickler und merkt an: Wenn Leute mit KI wirklich zehnmal produktiver wären, hätten wir in den letzten Jahren jahrzehntelange Arbeit in kürzester Zeit sehen müssen. Er hat außerdem Sorge, dass eine neue Generation von Creatorn durch die Abhängigkeit von KI-Code eine Zukunft riskiert, in der Programmierer die "seltsamen Glyphen" ihres Handwerks nicht mehr wirklich verstehen.

Warum das wichtig ist

Blows Ansatz ist ein massiver Flex in einer Branche, die meistens schnelle Monetarisierung priorisiert. Indem er keine Kompromisse bei seiner Vision eingeht, hat er einen "Game-Design-Supercollider" erschaffen, der Mechaniken aus bestehenden Indie-Titeln völlig neu mixt. Für Gamer ist es eine seltene Chance, ein Projekt zu sehen, das komplett von experimentellem Design statt von Markttrends getrieben wird. Ob man nun bereit ist, 500 Stunden zu investieren oder nicht – dieser Einsatz, alles von Grund auf neu zu bauen, ist auf jeden Fall ein starker Move.