Die Story auf der Bühne
Wer den monumentalen Fall von Gisèle Pelicot verfolgt hat, weiß, wie krass das alles ist. Jetzt kommt das Gerichtsdrama auf die Bühne. The Pelicot Trial: Tribute to Gisèle Pelicot, eine vierstündige Produktion, die die Zeugenaussagen und Fakten des Prozesses aufarbeitet, kommt diesen November für nur einen Abend in die London County Hall.
Das ist kein typischer Theaterabend. Das Stück wurde von Regisseur Milo Rau und der Autorin Servane Dècle entwickelt und verzichtet auf klassische Kulissen oder Kostüme. Stattdessen basiert es rein auf Gerichtsprotokollen und Notizen von Journalisten, die über den Prozess berichtet haben. Nadia Fall, die künstlerische Leiterin des Young Vic, beschreibt das Erlebnis als "erschütternd" und "atemberaubend". Es ist im Grunde ein politischer Akt, der das Gespräch über den Prozess – und die systemischen Probleme, die er offengelegt hat – am Leben erhalten soll.
Warum das wichtig ist
Gisèle Pelicot wurde weltweit zu einem Symbol für Resilienz, nachdem sie auf ihr Recht auf Anonymität verzichtet hat, damit ihr Ex-Mann Dominique Pelicot und die 50 anderen Männer, die sie vergewaltigt haben, zur Rechenschaft gezogen werden können. Ihr Ziel war simpel: "Die Scham muss die Seite wechseln." Indem Rau und Dècle diese Gerichtsverhandlungen in eine weltweite Performance verwandeln, halten sie dieses Thema im Fokus. Das Stück tourte bereits durch 15 Länder, und wie Dècle betont, ist die Tatsache, dass es über Grenzen hinweg resoniert, eine bittere Erinnerung daran, dass diese Probleme leider universell sind. Es geht um radikale Verantwortungsübernahme, und dass Pelicot selbst bereits bei früheren Aufführungen dabei war, ist ein starkes Zeichen für Überlebende weltweit. Der Cast mit 27 Schauspielern wird noch unter Verschluss gehalten, aber man kann mit einigen großen Namen rechnen.






