Der Showdown in Zürich

Gianni Infantino geht diesen Donnerstag in eine wichtige Fifa-Ratssitzung und ganz ehrlich: Die Vibes sind komplett off. Ihm steht eine harte Befragung durch die Ratsmitglieder bevor, bei der es um massive Skandale geht, die die Fußballwelt aktuell ziemlich durchschütteln.

Es geht um die gescheiterten Pläne zum World Cup-Verkauf, die Situation um Folarin Balogun und eine extrem kontroverse Entscheidung, Donald Trump den allerersten Fifa-Friedenspreis zu verleihen. Eine Person, die mit der Situation vertraut ist, bezeichnete das bevorstehende Treffen bereits als „explosiv“.

Ernsthafte Vorwürfe

Der Druck steigt, weil die Präsidenten der großen Fußball-Konföderationen – Aleksander Ceferin (Uefa), Victor Montagliani (Concacaf) und Scheich Salman Bin Ibrahim al-Khalifa (Asiatischer Fußballverband) – alle vor Ort sein werden. Alle drei haben öffentlich Infantinos Rücktritt gefordert. Sie verlangen eine echte, unabhängige Überprüfung der Fifa-Strukturen, zumal Infantinos Versprechen einer externen Untersuchung bisher ohne Hand und Fuß blieben.

Zu allem Überfluss gibt es einen neuen Bericht, laut dem Infantino 2024 ein geheimes „zweites Gehalt“ in Höhe von etwa 1,3 Millionen Pfund eingestrichen haben soll. Während das offizielle Fifa-Gehalt mit 3,9 Millionen Pfund angegeben wurde, zeigen Steuerunterlagen aus den USA, dass eine Fifa-Tochtergesellschaft ihm zusätzlich 1,76 Millionen Dollar zahlte. Die Fifa wehrt sich und erklärt, man weise jegliche Vorwürfe von Fehlverhalten „entschieden zurück“ und bestehe darauf, dass ihre Finanzen vollkommen transparent seien.

Was das für März bedeutet

Trotz des Chaos wird es erst richtig wild: Infantino soll im März derzeit konkurrenzlos wiedergewählt werden. Die Uefa und andere Konföderationen haben es bisher nicht geschafft, einen Herausforderer zu finden, obwohl sie bei Persönlichkeiten wie Arsène Wenger und Michele Kang angeklopft haben. Die Deadline für eine Kandidatur ist der 18. November, wir werden also sehen, ob noch jemand „in den Chat“ kommt, bevor die Wahl in Rabat stattfindet.

Warum das wichtig ist

Die Fifa ist das größte Gremium im Sport, und diese Anschuldigungen wegen versteckter Zahlungen und fragwürdiger Entscheidungen beeinträchtigen die Integrität des gesamten Spiels. Da hochrangige Funktionäre einen Führungswechsel fordern, ist der Druck auf Infantino angesichts der näher rückenden Wahl im März so hoch wie nie zuvor.