Der Prozessauftakt

Der lang erwartete Prozess gegen Eric Weinberg, den Produzenten hinter fast 100 Episoden von Scrubs, hat diese Woche offiziell in Downtown Los Angeles begonnen. Der 66-jährige Weinberg sieht sich mit 23 Anklagepunkten konfrontiert, darunter sexuelle Nötigung und Vergewaltigung, und könnte bei einer Verurteilung lebenslänglich ins Gefängnis müssen.

Die Sicht der Anklage

Die Staatsanwaltschaft schilderte ein zutiefst verstörendes Szenario. Weinberg soll gezielt Frauen an Orten wie Ralphs oder Starbucks angesprochen und sich als Hollywood-Produzent ausgegeben haben, um sie für Fotoshootings in sein Zuhause zu locken. Staatsanwältin Ariel Anson hob spezifische Fälle hervor, darunter eine Frau namens Avian, die während eines Fotoshootings mit ihren Gesichtsausdrücken versucht haben soll, ihre Notlage zu signalisieren. Eine weitere Zeugin, Johanna, beschrieb, wie sich Weinbergs Verhalten bei einem Shooting im Jahr 2017 schlagartig änderte und seine Augen plötzlich wie die eines „Raubtiers“ wirkten, als die Situation eskalierte.

Die Verteidigung hält dagegen

Das Verteidigungsteam von Weinberg schlägt komplett andere Töne an. Staranwalt Phillip Cohen behauptet, dass die vor Gericht präsentierten Bilder einvernehmliche Treffen belegen, und wies auf Fotos hin, auf denen die Frauen entspannt wirkten oder lächelten. Die Verteidigung betonte, dass Weinberg nie ein Geheimnis aus seiner Identität oder seiner Adresse gemacht habe. Diese Transparenz passe laut Anwalt nicht zum Profil eines Kriminellen. „Es gibt keinen einzigen Hinweis darauf, dass Weinberg von der Angst irgendeiner dieser Frauen wusste“, erklärte Cohen vor der Jury und beharrte darauf, dass alle Begegnungen einvernehmlich gewesen seien.

Warum das wichtig ist

Für Weinberg, der seit Ende 2022 im LA County Jail sitzt, steht extrem viel auf dem Spiel – genauso wie für die zahlreichen Klägerinnen, die jahrelang auf diesen Tag im Gericht gewartet haben. Da eine Jury aus acht Männern und vier Frauen über sein Schicksal entscheidet, hängt alles davon ab, ob die Fotos als Zeichen echter Zustimmung oder als kalkulierter Versuch zur Verschleierung von Missbrauch gewertet werden. Real Talk: Das ist ein heftiger Fall, der uns sicher noch eine Weile beschäftigen wird.