Eine kleine Spezies auf Achse

Die klebrige Schlammschnecke, kaum größer als eine Fingerspitze, steht aktuell im Zentrum einer intensiven Rettungsaktion. Früher in ganz Großbritannien verbreitet, war ihr Lebensraum durch massive Umweltveränderungen so stark geschrumpft, dass sie nur noch im Llyn Tegid, einem See in Wales, vorkam. Jetzt greift ein Team aus britischen Zoos ein, um das Aussterben der Art zu verhindern.

Der Wingham Wildlife Park in Kent ist dem Projekt beigetreten, um die Schnecken zu züchten und später wieder in der freien Natur auszusetzen. Samantha Eden, stellvertretende Kuratorin des Parks, teilte ein ziemlich wildes Detail zum Transport: Die Schnecken waren so produktiv, dass sie während der sechsstündigen Fahrt von Wales in den Zoo bereits Eier legten. „Sie haben buchstäblich während der Fahrt Eier gelegt“, so Eden.

Zucht für ein Comeback

Das Programm zeigt bereits krasse Erfolge. Nach dem Start mit einer kleinen Gruppe ausgewachsener Tiere hat der Park erfolgreich 130 Jungtiere in einen neuen Kolonie-Teich umgesiedelt. Hannah Ellins, Leiterin der Reptilien- und Wirbellosenabteilung des Parks, sagt, das Team sei hyped, mit einer heimischen Art zu arbeiten, anstatt nur die typischen exotischen Tiere zu betreuen.

Wingham ist damit nicht allein. Sie sind Teil eines landesweiten Netzwerks, zu dem auch der Chester Zoo, Dudley Zoo, Longleat und der Askham Bryan Wildlife Park gehören. Gemeinsam arbeiten sie mit dem Freshwater Habitats Trust zusammen, um neue, sichere Lebensräume zu finden, in denen die Schnecken später ausgewildert werden können, damit sich die Population in der Natur erholen kann.

Warum das wichtig ist

Die Rettung der klebrigen Schlammschnecke ist ein entscheidender Schritt, um die Artenvielfalt in den britischen Süßwasserökosystemen zu erhalten. Es zeigt, dass selbst die kleinsten Lebewesen essenziell für die Gesundheit unserer Umwelt sind.