Eine neue Ära für die Greens

Real talk: Bei den Australian Greens hat sich der Vibe geändert. Nach dem überraschenden Rücktritt der bisherigen Vorsitzenden Larissa Waters – die sich auf ihre Behandlung gegen eine Nierenerkrankung konzentrieren will – liegt die Führung der Partei offiziell in neuen Händen. Senator David Shoebridge wurde zum neuen Bundesvorsitzenden gewählt, Steph Hodgins-May ist seine Stellvertreterin.

Die Entscheidung fiel während eines zweitägigen Parteitreffens in Sydney. Es war ein Dreikampf, bei dem es bis zum Schluss spannend blieb: Shoebridge trat gegen Senatorin Sarah Hanson-Young sowie gegen ein gemeinsames Ticket von Senatorin Mehreen Faruqi und Senator Nick McKim an.

Wer ist der neue Boss?

Wer Senate-Anhörungen oder Verteidigungsdebatten verfolgt, hat Shoebridge wahrscheinlich schon auf dem Schirm. Er zog 2022 ins Bundesparlament ein, nachdem er über ein Jahrzehnt in der Politik des Bundesstaates New South Wales aktiv war. Sein Background? Er ist ein ehemaliger Wirtschaftsanwalt und Barrister, der auf Arbeitsrecht spezialisiert war. Lowkey war er früher sogar Mitglied in einem Labor-Ortsverband, bevor er unter der Mentorenschaft der linksgerichteten Greens-Abgeordneten Lee Rhiannon seine politische Heimat fand.

Seine Stellvertreterin Steph Hodgins-May ist noch recht frisch auf der Bühne; sie rückte erst im Mai 2024 für Janet Rice ins Parlament nach.

Warum das wichtig ist

Unter Waters verfolgte die Partei einen eher moderaten Kurs und schloss häufig Deals mit der Regierung bei Umweltgesetzen und Steuerreformen. Doch in letzter Zeit gab es einen Vibe-Shift: Viele in der Partei sind frustriert, dass die Greens nicht stärker davon profitieren konnten, dass Wähler Labor und der Coalition den Rücken kehren.

Shoebridge und Hodgins-May signalisieren bereits jetzt, dass sie auf eine deutlich konfrontativere Strategie setzen wollen. Sie haben klargestellt, dass sie die Greens zur ultimativen Anlaufstelle für Klimaschutz und wirtschaftliche Sicherheit machen wollen. Dabei kritisieren sie explizit, dass man „die Unabhängigkeit nicht an die USA oder das oberste 1% verkaufen“ dürfe. Sie positionieren sich gegen den Aufstieg der extremen Rechten, indem sie echte wirtschaftliche Sicherheit versprechen – oder, wie sie es formulieren: Sie wollen „die Welle der US-Milliardärs-Tech-Bros und ihrer Vampir-KI-Rechenzentren“ stoppen. Die Story für den nächsten Wahlzyklus wird also definitiv wild.