Die Lage

Mal ehrlich: Die Welt der Geheimdienste sieht gerade ziemlich chaotisch aus. Die Bundesanwaltschaft hat die Festnahme von August Hanning bestätigt, der von 1998 bis 2005 Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND) war. Er wurde am Dienstag in Bad Tölz-Wolfratshausen festgenommen. Er ist nicht der Einzige, der Ärger hat – sein ehemaliger Büroleiter, identifiziert als Manfred D, wurde ebenfalls in Steinfurt in Gewahrsam genommen.

Die Vorwürfe

Die Sache hat ein Geschmäckle. Die Staatsanwaltschaft behauptet, dass die beiden Männer ab dem Frühjahr 2010 einen Plan ausgeheckt haben, bei dem Manfred D gegen Bezahlung geheime Dokumente an Hanning weitergab. Es geht um rund 2.000 Dokumente über die Jahre hinweg, von denen viele streng geheime interne Lageberichte waren.

Und hier wird es wild: Die Ermittler sagen, dass Hanning diese gestohlenen Infos genutzt haben soll, um seine private Beratungstätigkeit zu pushen. Sie nannten sogar einen Fall, in dem er geheime Informationen verwendete, um eine Analyse für einen Offizier eines ausländischen Geheimdienstes zu erstellen. Die Behörden haben den Namen des Landes bisher nicht genannt, also können wir nur spekulieren, wer der Empfänger war.

Warum das wichtig ist

Das ist ein krasser Vertrauensbruch. Manfred D arbeitete von 2012 bis März 2026 als Büroleiter für verschiedene BND-Präsidenten, was bedeutet, dass er über lange Zeit Zugriff auf hochsensible Staatsgeheimnisse hatte. Die Ermittlungen laufen noch, aber die Vorwürfe lauten auf geheimdienstliche Agententätigkeit und Landesverrat. Definitiv ein massives L für die deutsche Sicherheit.