Die Lage vor Ort

Addis Abeba ist gerade lowkey im Ausnahmezustand. Bewohner berichteten von lauten Explosionen mitten in der Nacht, vor allem in den westlichen Vororten nahe der Militärzentrale und im südlichen Stadtteil Gotera. Die Detonationen waren anscheinend so heftig, dass Autoalarmanlagen losgingen – und no cap, das ist absolut nicht der Vibe, den man um 00:30 Uhr braucht.

Der Kontext

Die Story wird immer wilder, denn diese Explosionen passierten nur Stunden, nachdem die Behörden offiziell alle Drohnenflüge über der Stadt verboten hatten. Die Spannungen sind seit einer Woche extrem hoch, nachdem im Norden Kämpfe zwischen der nationalen Armee und einer Allianz bewaffneter Gruppen, darunter Kräfte aus der Region Tigray, ausgebrochen sind.

Eine Quelle der Opposition bestätigte gegenüber Reuters, dass ihre Seite für die Angriffe verantwortlich sei. Bisher ist die Regierung, inklusive des Büros von Premierminister Abiy Ahmed und dem Verteidigungsministerium, komplett abgetaucht und hat auf Anfragen nicht reagiert. Es gibt bisher keine offiziellen Infos über Opfer oder das Ausmaß der Schäden.

Warum das wichtig ist

Äthiopien steckt mitten in einem heftigen internen Konflikt. Dass nun die Hauptstadt angezielt wird – selbst mit Drohnen –, zeigt, dass sich die Kämpfe bis ins Machtzentrum ausbreiten. Wenn militärische Infrastruktur getroffen wird und die Regierung schweigt, ist das ein massiver L für die regionale Stabilität.